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Hörspiel: „Der Kongress reitet“ Von Roland Topor (!!!)

Roland Topor – der „Sonntagsmaler des Grauens“ – nimmt keine Rücksicht auf empfindliche Gemüter. Die Dinge werden beim Namen genannt. Ein Kongress tagt in der Stadt. Der Angestellte Joko weigert sich zunächst, die Kongressteilnehmer huckepack zu befördern….

… auch, wenn dafür ein ansehnlicher Batzen Geld winkt. Doch als Joko merkt, dass er mit dieser Haltung alleine dasteht, ist sein Stolz schnell gebrochen. Es dauert nur wenige Wochen und Joko gilt als das eifrigste, stärkste, beliebteste Reittier. Er schmeißt sich dermaßen ins Joch, dass er buchstäblich mit seinen Peinigern zusammenwächst. Aber auch die Herren sind so fasziniert von ihrem Knecht, dass sie sich nicht mehr von ihm lösen können.

„In diesem Hörspiel wird das Verhältnis von Herr und Knecht bloßgelegt und auf seinen kruden Ursprung des direkten körperlichen Unterdrückens und Unterwerfens zurückgeführt. Eine Groteske vom Reiten und Gerittenwerden […] tut sich vor den Ohren auf.“ (Aus der Jury-Begründung zum Hörspiel des Jahres 1988)

Der Kongress reitet – Eine akustische Moritat
Von Roland Topor
Aus dem Französischen von Nikolaus Klocke
Mit Traugott Buhre, Herbert Fux, Ulrike Gubisch, Dieter Hallervorden, Gert Haucke, Hans-Jörg Krumpolz und anderen
Bearbeitung: Horst H. Vollmer/Nikolaus Klocke
Komposition: Peer Raben
Regie: Horst H. Vollmer
HR/SDR/NDR 1988

Roland Topor (1938-97), Künstler und Schriftsteller. Sohn polnisch-jüdischer Einwanderer in Paris. Werke u.a. „Der Mieter“ (1964, 1976 von und mit Roman Polanski verfilmt), „Jokos Ehrentag oder der Kongress reitet auf Joko“ (1974). Weitere Hörspieladaption: „Ein Winter unterm Tisch“ (NDR / MDR 1995).

© Bayern 2, Hörspiel, 21.4.2018

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