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Hörspiel: „Still life“ Von Wilhelm Genazino

Die Lieblingsjacke, die Lieblingshose, die Lieblingsschuhe wechseln den Besitzer. Da sieht einer in Gesellschaft von zwei Freunden zu, wie all das von einem Obdachlosen in seinem Koffer davongetragen wird, den er in aller Öffentlichkeit aufgegeben hat…

„Ich möchte sehen, wie etwas von mir aussieht, wenn es mir nicht mehr gehört.” Der Zweite gesteht, dass er seine Wohnung bei jedem Spaziergang in peinlichster Ordnung hinterlässt, damit im Falle des Falles keine Spuren mehr auf ihren Bewohner schließen lassen. Der Dritte erinnert sich an das tägliche Spazierritual mit einer anonymen Passantin, an die er nie ein Wort gerichtet hat. – Drei Männer in mittleren Jahren, Tagediebe auf hintersinnige Art, gehen durch ihre Stadt, erzählen sich Anekdoten, stellen Alltagsexperimente an, in denen es um letzte Fragen geht, aber das leichthin, von der Hand. Eine Unterhaltung im wahrsten Sinn, also eine, in der der Unterhalt auf dem Spiele steht.


Still life
Von Wilhelm Genazino
Regie: Claus Lüpkes und Walter Adler
Mit Hans Diehl, Burkhard Klaussner, Otto Sander
Produktion: SWF 1993

© Deutschlandfunk, Hörspiel, 16.1.2018

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