„Hoffnungslosigkeit klingt funky“ Neues Album „Nine“ von Sault

Von den Straßen Londons handelt das neue Album der britischen Band Sault. „Nine“ lässt sich für 99 Tage kostenlos im Netz herunterladen. Von Beate Scheder.

Ungefähr in der Mitte des neuen Albums der britischen Band Sault wird die Musik unterbrochen, damit Michael Ofo „Mike’s Story“ erzählen kann. Ofo spricht ruhig, mit einprägsamer Melodik, manchmal aber kommt er doch ins Stocken. Kein Wunder bei dem, worum es geht.

Ofo beschreibt die Nacht, in der sein Vater ermordet wurde, er berichtet von den Tränen der Mutter und den eigenen, die ihm kamen, weil er ihren Schmerz in sich spürte, von der Fahrt auf dem Rücksitz des Polizeiautos, die sich in seine Erinnerung eingebrannt hat, davon, wie taub er sich damals gefühlt habe.

Es ist eine persönliche Geschichte, die von Verlust und Trauer handelt, aber sie steht da eigentlich nicht für sich, sondern für viele Geschichten, ähnliche Geschichten, die man erzählen könnte und die in den Texten auf „Nine“ mitschwingen und mit ihnen die großen, vor allem schweren Gefühle. „The pain is real“, wie es im Song „Fear“ heißt, auch wenn es beim ersten Durchhören vielleicht gar nicht so klingen mag.



© TAZ, Kultur, Musik, 26.7.2021

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