„In Zeiten des Schreckens“ Was arabischen Musikern das Exil bedeutet
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Von Wolfgang Hamm
Krieg, Terror und Tod haben Hunderte von arabischen Musikern ins Ausland vertrieben. Der irakische Komponist und Sänger Saad Thamir aus Bagdad lebt heute in Köln, der syrische Klarinettist Kinan Azmeh aus Damaskus in New York. Was bedeutet weltoffenen Musikern das Exil?
Deutschland als neue Heimat
Saad Thamir sieht es als Chance. In der irakischen Kultur fühlte sich der 44-jährige, in klassisch-arabischer Maqam-Musik ausgebildete Komponist oft fremd. Deutschland wurde ihm zur Heimat, weil er hier die Freiheit fand, seine eigene Musik zu entwickeln, und ein Publikum, das ein Ohr dafür hat.
Die „größte menschliche Tragödie seit dem 2. Weltkrieg“
Der 1976 geborene Klarinettist Kinan Azmeh gehört zu den talentiertesten Musikern der Musikszene in Damaskus. Nach dem 1. Preis beim internationalen Nicolai-Rubinstein-Wettbewerb in Moskau 1997 setzte er sein Klarinettenstudium an der berühmten Juilliard School in New York fort. Mühelos verbindet er Klassik, „Syrian Jazz“ und Weltmusik, auch als festes Mitglied in Yo-Yo Ma’s Silk Road Ensemble.
Im April 2011 trat er zum letzten Mal in Damaskus auf. Doch angesichts des Krieges, der Bombardierung ganzer Städte wie Aleppo, wurde seine Heimat endgültig zu gefährlich für ihn. Was in Syrien passiert, ist für ihn die größte menschliche Tragödie seit dem 2. Weltkrieg.
© SWR 2, Thema Musik, 12.1.02016
Musikliste:
Saad Thamir/Bassem Hawar/Free Desmyter/Dietmar Fuhr:
“Ouidad”
Ahoar
Saad Thamir:
“Nami”
Saad Thamir
Kinan Azmeh & Dinuk Witjeratne:
“After Bela” (part 1 + 3)
“Something There” (Remixed)
Kinan Azmeh & Dinuk Witjeratne
Issam Rafea:
“In A Hurry”
Hewar
trad.:
“Raqes”
Ahoar
Saad Thamir:
„Wettrüsten“
Saad Thamir
Kinan Azmeh:
“Wedding”
Kinan Azmeh‘s City Band
Kinan Azmeh & Dinuk Witjeratne:
“Something There”
Kinan Azmeh & Dinuk Witjeratne