Into The Silence: Esbjörn Svensson, Charles Lloyd, Maxime Bender

Der Mensch ist laut. Jetzt erst recht, könnte man meinen, wo er doch gezwungen war, mit sich selbst auszukommen. Und doch wächst auch das Bedürfnis nach Kammerklang, nach der Ruhe in der Hektik, dem Sound of Silence. Eine Reflexion. Von Ralf Dombrowski.

Es ist auch eine Frage des Alters. Charles Lloyd zum Beispiel kann noch immer viel spielen, aber er muss nicht mehr. Es macht ihm vielmehr Spaß, mit unterschiedlichen Trios die Möglichkeiten der Transparenz auszukosten, in der Kommunikation etwa mit Kollegen wie Thomas Morgan und Bill Frisell und in der Reduktion der Opulenz. Chris Thile wiederum hat sich mit der Mandoline gleich ein Instrument gewählt, das man üblicherweise hektisch spielt, er aber sehr dezent und durchsichtig einsetzt. Esbjörn Svensson schließlich hatte einerseits die laute Haltung des Rocks auf sein Trio übertragen, vor seinem Unfalltod aber auch mit Solo-Aufnahmen experimentiert, die nun posthum veröffentlicht werden. Drei von mehreren aktuellen Beispielen auf der Suche nach der Finesse der Entschleunigung.



WDR 3, Jazz, 8.11.2022

Alpha | 4:02 
Esbjörn Svensson  

Gamma | 6:07         
Esbjörn Svensson  

Acacia Trees | 6:23 
Vadim Neselovskyi

Salt (In The Wounds) Of The Earth, Part 2 | 4:43 
Chris Thile   

Flow  | 6:16
Maxime Bender      

Claude Utley | 5:15
Bill Frisell     

Song My Lady Sings | 8:57
Charles Lloyd Chapel Trio  

Kuan Yin | 10:07     
Charts Lloyd Ocean Trio    

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