Jason Williamson (Sleaford Mods) über die Weltlage „Wir befinden uns längst in der Postapokalypse“
Interview von Stephanie Grimm (TZA). Jason Williamson über Klassismus, Gespräche mit sich selbst und die Stimmenvielfalt auf dem neuen Album des britischen Elektropunk-Duos Sleaford Mods.
taz: Jason Williamson, bisher assoziierte man den Sound der Sleaford Mods eher mit wütenden Tiraden und sarkastischen Kommentaren. Auf Ihrem neuen Album hat man den Eindruck, einem Hörspiel zu lauschen: Verschiedene Stimmen nehmen unterschiedliche Perspektiven ein. Was veranlasste den Wandel?
Jason Williamson: Das war weniger eine konzeptuelle Entscheidung, als dass es sich einfach ergeben hat. Bestimmte Passagen der neuen Songs konnte ich nicht singen. Also suchten wir nach KollegInnen, die das statt meiner tun. Dass es immer mehr wurden, fühlte sich stimmig an – gar nicht willkürlich, wie es oft passiert, wenn ein Gaststar nach dem anderen als Feature eines Albums aus dem Hut gezaubert wird. Deshalb stehen charakteristische Stimmen für konkrete Songideen.
© TAZ, Kultur, Musik, 17.1.2026