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„Jubiläum einer Nachtigall“ Robert Wyatt, die schönste Stimme des Outsider-Pop, feiert seinen 80er

Von Ronald Pohl (DerStandard). Robert Wyatt, die Freundlichkeit in Person: Er begann als Drummer im Stile des Canterbury-Sounds – und singt bis heute mit glockenheller Stimme Lieder über die Kunst des Durchhaltens.

Andere als ihn hätte das Schicksal vielleicht kleingekriegt. Robert Wyatt, Jazzschlagzeuger mit glockenheller Stimme, fiel an einem Frühsommertag 1973 volltrunken aus dem vierten Stock eines Hauses.

Seitdem ist der Mann aus Bristol hüftabwärts gelähmt. Nichts, was einen in der Wolle gefärbten Sozialisten in Verzweiflung stürzen könnte. Unverdrossen nimmt Wyatt seither die süßesten Gesänge auf, seit Karl Marx half, die Internationale zu gründen.

Japans Soundtüftler Ryuichi Sakamoto bescheinigte dem Rollstuhlfahrer, die „traurigste Stimme der Welt“ zu besitzen. Doch dieses behutsam aufgeklebte Etikett führt in die Irre. Wo Wyatt war, war von Anfang an Wahnwitz. Als Trommler bei den Canterbury-Progressiven von Soft Machine drosch er Synkopen. Inmitten der knallbunten Spätsechziger gab es endlich einen eigenständigen Beitrag Großbritanniens zum freien Jazz; Musiker wie Joe Harriott beiseitegelassen. Während Wyatt-Freund Syd Barrett Verse über Vogelscheuchen wisperte, sang er, eine genuine Doppelbegabung, mit erregender Kopfstimme über den Junimond.

© DerStandard, Kultur, Musik, 28.1.2025

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