Musiktipps

„Keine Chance dem Hass“ Jazz-Band Ezra Collective

Aus London kommt derzeit der aufregendste neue Jazz. Dem Ezra Collective gelingt mit dem Album „Where I’m Meant To Be“ eine Groove-Sensation. Von Christian Schröder.

Stimmengewirr wie in einer Bar, aus dem sich ein nebelhornartig tutendes Saxofon herausschält, bevor sich eine scharf schnarrende Frauenstimme meldet und Respekt einfordert. Auf ihre herausgespuckte Forderung „I don’t want no …“ antwortet ein süßlicher Chor: „Hater“. Keine Chance dem Hass.

„Life Goes On“ heißt der polyrhythmisch vibrierende, in ein schwelgerisches Trompetensolo mündende Stück, ein wilder Ritt durch Kulturen und Genres. Es eröffnet das vor kurzem erschienene Album „Where I`m Meant To Be“ der Londoner Jazz-Band Ezra Collective. Die Gaststimme gehört einem afrikanischen Weltstar, der in Sambia geborenen, inzwischen in Australien lebenden Rapperin Sampa the Great.



Mein frühester Einfluss war Fela Kuti aus der CD-Sammlung meines Vaters. Ich habe seit meinem viertem Lebensjahr Lieder und Lärm gemacht. Ich wurde damit geboren, es ist in mir.

Femi Koleoso, Drummer vom Ezra Collective



Tagesspiegel, Kultur, 30.11.2022

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