„Keine halben Sachen“ Das neue Album von Nick Cave, ist hoffnungsvoller als seine Vorgänger
Musikrezension von Philipp Kressmann (JungleWorld). Mit »Wild God« legen Nick Cave and the Bad Seeds ein neues Album vor, das inhaltlich hoffnungsvoller wirkt als seine Vorgänger und musikalisch ausstaffierter ist.
Quak, quak! Auf dem neuen Album »Wild God« des eigentlich düsteren Melancholikers Nick Cave lässt sich tatsächlich ein Lied über Frösche finden. In »Frogs« geht es um waghalsige Sprünge der Amphibien. Schweben, im Matsch landen und wieder springen: So stellt sich Cave kurze Momente der Freude vor.
»Joy« heißt der nächste Song, hier singt der australische Musiker bedeutungsschwer: »We’ve all had too much sorrow / Now is the time for joy«. Das passt, denn mit dem Album schlägt Cave einen neuen Weg ein. Auf den ergreifenden Vorgängern sang er über den Tod seines Sohns, es ging um existentielle Erfahrungen von Verlust und Trauer. »Wild God« ist auch keine leichte Kost, wirkt aber hoffnungsvoller.
© JungleWorld, Dschungel, 14.11.2024