Musiktipps

Kim Kashkashian wird siebzig „Eminenz der Viola“. Von Wolfgang Sandner

Sie wurde früh mit Mozart berühmt, hat dann aber jede Menge neue Werke für die Viola angeregt. Jetzt wird Kim Kashkashian siebzig Jahre alt.

Eine unbekannte Insel im Archipel der Streichinstrumente sei die Viola. Man merke es daran, dass viele den Fehler begehen, sie so zu spielen, als sei sie eine zu groß geratene Violine. Viele Interpreten hätten sie erst über den Umweg der Violine oder als Notlösung gewählt. Was William Primrose vor fast fünfzig Jahren mit Bedauern, doch ohne zu resignieren niederschrieb, gilt partiell noch immer. Dass es nur noch die halbe Wahrheit ist, daran hat die schottische Viola-Eminenz selbst großen Anteil, vor allem aber ein halbes Dutzend Interpreten in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts, die die Eigenständigkeit des Instruments beförderten, indem sie Komponisten zur Schaffung eines mittlerweile beachtlichen Repertoires für die Viola angeregt haben.




© FAZ, Feuilleton, 31.8.2022

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