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Komponist Alvin Lucier gestorben „In einem anderen Raum“

Der Komponist Alvin Lucier machte mit Feedbacksequenzen und Echoloten das Hören selbst zum Thema. Nun ist er 90-jährig gestorben. Von Robert Miessner.

„Ich sitze in einem anderen Raum als ihr“: Damit beginnt eines der bekanntesten Werke des US-Komponisten Alvin Lucier, „I am sitting in a room“ (1969). Tatsächlich hatte sich der Künstler mit seinem Sprechtext in einen Extraraum begeben und dann getan, was er schilderte; Lucier hatte „again and again“, wie es einem Mantra gleich bei ihm klingt, Aufnahme und Wiedergabe gedrückt, bis die Worte durch Raumsequenzen zu Geräuschen wurden.

In der Aufnahme von 1969 treten an Stelle von Luciers Stimme sukzessive schrille Feedbacksequenzen. In einer rauscharmen Version von 1981 lässt sich die Verwandlung von Luciers Stimme über 45 Minuten verfolgen: Er spricht im Duktus eines Hypnotiseurs, Worte lösen sich in Mulm auf, irgendwann spielen Stimme und Raum eine schiefe Orgel, das Ganze erinnert an einen Leiermann.



© TAZ, Kultur, 3.12.2021

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