Musiktipps

„Kreative Impulse Vom Saturn“ Vor 30 Jahren starb Sun Ra.

Von Ssirus W. Pakzad. Er hieß eigentlich Herman Blount, nannte sich aber stets Sun Ra – nach dem antiken ägyptischen Sonnengott Ra. Er mischte Avantgarde-Jazz mit kühnen Shows – und spielte bei München schon mal fast eine Nacht durch. Am 30. Mai 1993 starb Sun Ra.

Als sich die Seele des großen Sun Ra vor genau drei Dekaden von ihrer irdischen Umhüllung löste und in den Himmel, oder besser: die kosmische Unendlichkeit aufmachte, war dieser galaktische Botschafter des Jazz nicht einmal drei. Drei? Nun, der Saturn braucht 29 Jahre und 166 Tage um die Sonne zu umkreisen – den zweitgrößten Planeten unseres Sonnensystems hatte der Pianist, Keyboarder und Orchesterleiter immer als Geburtsstätte angegeben. Andere Quellen nennen allerdings Birmingham, Alabama als den Ort, an dem Sun Ras Mutter 1914 niederkam. Egal ob nun die gute alte Erde oder der Himmelskörper mit den stattlichen Ringen als Heimat im Pass des interstellaren Musikers stand – es ändert nichts am Mythos des Mannes, der derzeit durch die wieder sehr starke Strömung des Afrofuturismus einen seiner Unsterblichkeit förderlichen neuen Popularitätsschub erfährt.




© BR Klassik, 30.5.2023

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