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Brian Eno: „the daddy of us all“ – La Monte Young „Dream House“ Von Thibault Walter, Stéphane Kropf und Thorsten Preuß

Er war nicht nur einer der Väter der minimal music – ohne ihn wäre auch die Geschichte der Rockmusik ganz anders verlaufen. La Monte Young, denn Brian Eno einst „the daddy of us all“ nannte, gehört ohne jeden Zweifel zu den einflussreichsten Komponisten des 20. Jahrhunderts, auch wenn sein Name nur ganz selten im Konzertleben auftaucht.

Seine Spezialität ist die Welt der Drones – lange gehaltene Töne, Akkorde, Klänge, dröhnend laut oder surrend leise, äußerlich statisch, aber bei genauem Hinhören im Inneren bewegt. Legendär seine „Composition 1960 #7“, bestehend nur aus zwei Tönen, der Quinte h-fis, und der Anweisung „to be held for a long time“ – ein Stück, das zum Ausgangspunkt der minimal music-Bewegung um Terry Riley, Steve Reich und Philip Glass werden sollte. Mit seiner Vorliebe für tiefe, wummernde, lang gehaltene Klänge inspirierte La Monte Young aber bald auch Rockmusiker wie John Cale, Lou Reed und „The Velvet Underground“ – und beeinflusst so die Klangästhetik zahlreicher Bands bis heute. In den 1960er Jahren entwickelte La Monte Young, gemeinsam mit seiner Frau, der Lichtkünstlerin Marian Zazeela, die Idee des „Dream House“ – ein Raum, erfüllt von statischen, nie endenden Klängen und Lichtinstallationen, in dem man umhergehen, lauschen, meditieren kann – oder einfach nur leben, wie das Young und Zazeela seit 1993 in ihrem New Yorker „Dream House“ tun. Ein legendäres Gesamtkunstwerk, das mit einfachen Mitteln große Wirkung erzeugt, finden Stéphane Kropf und Thibault Walther. Die beiden unterrichten Bildende Kunst und Sound Studies an der Ecole Cantonale d’Art in Lausanne und haben zusammen mit ihren Studenten das Dream House für einige Wochen in die Schweiz geholt. In der Sendereihe „Faszination Neue Musik“ aus dem Studio Nürnberg führen sie in La Monte Youngs Meisterwerk ein und berichten über ihre – teils auch befremdlichen – Erfahrungen mit dem Mann, denn Brian Eno einst „the daddy of us all“ nannte.



© BR Klassik, Horizonte, 14.6.2022

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