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Release Tipp: Damian Dalla Torre – Happy Floating / Squama

Am 25. Februar 2022 erschien mit Happy Floating das Debütalbum des in Südtirol geborenen und in Leipzig lebenden Musikers Damian Dalla Torre auf dem Münchner Label Squama Recordings.


Entstanden aus Skizzen, die mehrere Jahre zurückliegen und vollendet während des Moments kollektiver Reflexion im vergangenen Pandemie-Jahr, ist Happy Floating ein verblüffendes Ergebnis von Genre-Kollisionen und unerwarteten Metamorphosen. Das Album ist ein Gemeinschaftswerk mit Beiträgen von neunzehn Musiker*innen, darunter u.a. Ruth Goller, Alex Binder, Heidi Bayer, Theresia Philipp, Antonia Hausmann und Jan Roth.
Die strahlende Collage aus Field-Recordings, Blechblasinstrumenten, Synth-Streichern und filigranen Sampling-Techniken schwankt zwischen sanfter Vertrautheit und traumhaften Verzerrungen, um dabei eine Wärme zu erzeugen, die uns nicht aufhören lässt, zuhören zu wollen.



Auf dem gesamten Album versucht Damian Dalla Torre, einen Zustand des Happy Floating zu erforschen: Dabei ist er sich der unbeständigen Natur der Sorglosigkeit bewusst und verdichtet sie kraftvoll in klanglicher Form. Über die Musik des Albums sagt er: „Es ist zwiespältig – man ist melancholisch, aber gleichzeitig auch unverhohlen hoffnungsvoll“.


Damian Dalla Torre / Foto: Helene Payrhuber


Damian Dalla Torres Werk fasst das kollektive Gefühl einer Generation in schwierigen Zeiten zusammen, in der ein vorsichtiger Optimismus vor dem Hintergrund einer zunehmend düsteren Welt außerhalb der eigenen vier Wände fortbesteht. Dies spiegelt sich in den klanglichen Verschiebungen von Happy Floating wider: von der computerisierten Sehnsucht und den schwebenden Flöten in „Bolzano“ über das sich wandelnde „heyheyhey“ und die glückseligen Orgelakkorde, die in „Where To Go“ in Bläsersätze ausbrechen, bis hin zu der faszinierenden Gegenüberstellung von analogen Gitarrenzupfern und Klavierexperimenten mit dem Ruf und der Antwort des Casio-Synthesizers in „8:45“. Am Ende das beunruhigende Dröhnen des letzten Stücks „SO“, das die Erwartung, sich in der Leichtigkeit der Auflösung einzurichten, durchbricht. © Text: Squama



Thaddi von das Filter hat folgendes zur Musik geschrieben:

Ganz behutsam legt er Faden auf Faden in seinem weiten, offenen und vor allem akustischen Klangkosmos aufeinander, um daraus wundervoll-anmutende und doch mitunter fordernde Kompositionen zu bauen. Es gibt Momente während der guten halben Stunde, in der die acht Stücke an uns vorbeiziehen, die mich an die Soundtrack-Arbeiten von The Notwist erinnern. Gerade dann, wenn die sparsamen Beats nicht vom smoothen Schlagzeug kommen, sondern im klassischen 8-Bit-Modus plockern. Doch es sind vor allem die Blechbläser und Querflöten, die den Sound von Damian Dalla Torre so besonders machen. Ich würde das gerne in der Philharmonie hören und den aufführenden Menschen Blumen schenken.


Interessant sind auch die Enblicke, die im Interview von Damian Dalla Torres mit 15questions zu Sprache kommen.

15questions: Kreativität kann viele verschiedene Bereiche unseres Lebens betreffen. Haben Sie persönlich das Gefühl, dass sich das Schreiben eines Musikstücks grundlegend von etwas wie dem Zubereiten einer guten Tasse Kaffee unterscheidet? Was können Sie durch Musik ausdrücken, was Sie bei „alltäglicheren“ Aufgaben nicht ausdrücken könnten oder würden?

DDT: Da ich mich ständig mit Musik umgebe, sei es durch Hören, Spielen oder Schreiben, ist es für mich ganz natürlich, Musik als Plattform zu nutzen, um meine Gedanken und Gefühle auszudrücken.

Unabhängig davon denke ich aber, dass Musik eine besondere Kunstform ist, die die Fähigkeit hat, Menschen auf ganz unterschiedliche Weise zu berühren und mit ihnen auf verschiedenen Ebenen zu kommunizieren. Man kann über Musik Emotionen vermitteln und dabei ein gewisses Geheimnis bewahren, fast so, als würde man dem Publikum ein Werkzeug an die Hand geben, mit dem es seine Gefühle kanalisieren und mit seinem inneren Selbst in Kontakt treten kann.



Diese Melange zwischen Pop, Ambient und Jazz-Rock erzeugt ein gutes Gefühl, was ja wohl auch beabsichtigt ist.
Sehr stimmungsvoll zieht sich der Strom von Damian Kompositionen dahin, getragen von fast unmerklichen Einwürfen wie z.B. einer Heidi Bayer an der Trompete oder Bertram Burkert an der Gitarre. Jeder Hörer, jede Hörerin hat die Freiheit, in sich eigene Bilder und Assoziationen entstehen zu lassen. Man kann sich von dem unverbindlichen dieser Musik tragen lassen, bis wir mit „SO“ auf dem Erdboden sanft aufschlagen.
Gut möglich, dass mich im Sommer, draußen im Garten, diese Musik mehr anspricht, vielleicht mit einem Aperol in der Hand 😉

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