Miles’ Tones – Die Anfänge des Trompeters Miles Davis
Miles Davis war erst 19 Jahre alt, als der große Charlie Parker ihn 1945 in seine Band holte. Parker engagierte den jungen Trompeter nicht aus einer bloßen Laune heraus. Miles’ bedächtigere Art zu phrasieren eröffnete Perspektiven über den Bebop hinaus.
Mit Hans-Jürgen Schaal
Am besten klang der junge Miles Davis bei ruhigen Tempi. Dann improvisierte er ganz entspannt, mit mehr Luft zwischen den Phrasen, mit einem dunklen, unaufgeregten Klang, mit langen Tönen und eigenwilliger melodischer Fantasie. Aus seiner relaxten Art, die Trompete zu spielen, entwickelte er 1949 die Grundlagen des Cool Jazz – er schuf sich damit den Raum für seinen eigenen Sound und Stil. 1954 kam der große Durchbruch. In diesem Jahr machte Milesseine ersten Aufnahmen mit Harmon-Dämpfer und prägte damit ein Markenzeichen seines Sounds. 1954 entdeckte er auch den Pianisten Horace Silver, mit dem er den Hardbop einleitete, und den Pianisten Ahmad Jamal, dessen Konzept ihm die eigenen Stärken bewusst machte. 1954 fand außerdem die Aufnahme der „Modern Jazz Giants“ statt, die Miles selbst für die erste komplette Verwirklichung seines persönlichen Konzepts hielt. Schon in jungen Jahren hat der Trompeter den Jazz nachhaltig verändert.
© WDR 3, Jazz & World, 2.2.2018