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„Mit Pauken-Beats und Puschen“ Chilly Gonzales, Pianist, spricht über sein neues Album: Gonzo

Von Philipp Kressmann (JungleWorld). Der kanadische Pianist Chilly Gonzales rechnet auf seinem neuen Album mit Richard Wagner und der Neoklassikszene ab. „Gonzo“ ist ein referenzreiches Werk, mit dem sich der Musiker als deutschsprachiger Rapper neu erfindet. Die „Jungle World“ hat ihn in einer Bar in Köln getroffen.

Chilly Gonzales alias Jason Beck ist ein Tausendsassa. Er hat unzählige Klavieralben aufgenommen, mit Größen wie Daft Punk oder Peaches gearbeitet und sich auch schon als Rapper ausprobiert. Nun gibt es ein Stück, auf dem er im wahrsten Sinne des Wortes auf die Pauke haut: »F*ck Wagner« erschien im April als erste Single aus dem jetzt veröffentlichten Album »Gonzo« und ist eine unterhaltsame Abrechnung mit dem antisemitischen Komponisten und Dirigenten Richard Wagner.



„F*ck him and his Nazi granddaughter / F*ck his fan club and his converts / They’re not welcome at my concerts“, rappt Gonzales über Pauken-Beats. In einer Strophe spielt er auf den Aufsatz „Das Judenthum in der Musik“ an, den Wagner 1869 veröffentlicht hat. Darin steht unter anderem dieser Satz: „Der Jude ist der plastische Dämon des Verfalls der Menschheit.“ Aus seinem obsessiven Judenhass hat er kein Geheimnis gemacht, kultisch verehrt wird er dennoch.




© JungleWorld, 12.9.2024

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