„Nur ein trauriger Vogel kann schön singen…“Die Lange Nacht der Maria Callas
Eine „Stimme aus Stahl“ sagte man der vor 100 Jahren geborenen Maria Callas nach – und diese Stimme, in vielen Mitschnitten ihrer legendären Auftritte an den großen Opernhäusern der Welt festgehalten: Sie ruft noch heute ebenso anbetende Verehrung wie strikte Ablehnung hervor – warum? Von Jürgen König.
Zur „Primadonna assoluta“, zur größten Sängerin des 20. Jahrhunderts überhaupt, hat man sie schon zu Lebzeiten gekürt, und doch starb sie in Einsamkeit, nur 53 Jahre alt – warum? „Nur ein trauriger Vogel kann schön singen …“ – so charakterisierte sie sich selbst. Was machte diese „Traurigkeit“ aus? Die „Lange Nacht“ erzählt vom auszehrenden Kampf der Maria Callas um Ruhm in der High Society der 1950er- und 1960er-Jahre, erzählt von ihren Männern und den Freund- und Feindschaften zu Frauen – und auch von der privaten Maria Callas, die zeitlebens gegen ihren Appetit kämpfte und doch ein gutes Risotto ebenso liebte wie ein Himbeer-Biskuit mit Sahne. Und die „Lange Nacht“ macht hörbar, was ihre Einzigartigkeit als Tragödin auf der Opernbühne ausmachte – und warum eine Sängerin wie sie heute nicht mehr vorstellbar wäre.
„Nur ein trauriger Vogel kann schön singen…“
Die Lange Nacht der Maria Callas
Von Jürgen König
Regie: Claudia Mützelfeldt
© Deutschlandfunk, Lange Nacht, 2.12.2023