„Ossis of Color“ Zwischen Post-Ost und antirassistischer Arbeit Von Katharina Warda

Spricht man über Ostdeutschland in der medialen Öffentlichkeit, geht es meistens um Rechtsextremismus. Es geht um die Pogrome der 90er Jahre, die tödliche Hetzjagd der Magdeburger Himmelfahrtskrawalle, die Ermordung Amadeu Antonios oder den ungeklärten Tod Oury Jalllohs.

Es geht um Pegida, selbsternannte Bürgerwehren, brennende Asylunterkünfte, den tödlichen Anschlag in Halle, die Selbstenttarnung des NSU und die stets rätselhaft hohen Wahlerfolge rechter Parteien wie jüngst der AfD.

Letzteres wird regelmäßig nach den Bundestagswahlen immer wieder neu verhandelt, ohne dass wirklich an dem Problem Rechtsextremismus und was dieser für Betroffene bedeutet gearbeitet wird. Stattdessen hallt routiniertes Erstaunen für kurze Zeit über den Äther, gefolgt von Fragen wie: „Warum wählt der Osten so rechts? Tickt der Osten anders? Hat der Osten eine andere Mentalität? Tickt der Osten wirklich anders? Warum tickt der Osten so anders?“

Fragen, die begleitet werden von Online-Debatten, Talkrunden und Experteninterviews, die oft eins gemein haben: Die, die öffentlich zu Wort kommen, sind vermehrt aus Westdeutschland und fast ausschließlich weiß. Sind also vom besprochenen Problem selbst gar nicht betroffen und sprechen automatisch von außen. So wird in der Debatte um Ostdeutschland seit über 30 Jahren immer wieder ein recht eintöniges Bild des „Braunen Ostens“ gezeichnet, das vieles ist, aber paradoxerweise vor allem homogen weiß. Bis heute gibt es weder ein differenziertes Bild von Ostdeutschland, noch spielen nicht-weiße Ostdeutsche darin eine Rolle. Doch es gibt sie: Menschen, die nicht als weiß gelesen werden, Menschen of Color, Schwarze Menschen, BIPoCs und Menschen mit Migrationsgeschichte, die sich gleichzeitig als Ostdeutsche identifizieren, aus dem Osten stammen, in Ostdeutschland leben. Menschen wie unsere Generator-Autorin Katharina Warda und Menschen wie Angelika Kim, Ostdeutsche of Color. Die noch einmal ganz andere Erfahrungen machen als weiße Ostdeutsche – als Minderheit in der Minderheit.


Der Zündfunk Generator beleuchtet deshalb vor der Bundestagswahl und bevor einmal mehr ostdeutsche Wahlergebnisse medial diskutiert werden, ostdeutsche Migrationsgeschichte und das Leben und Erleben Ostdeutscher of Color im Jahr 2021.



© Bayern2, Zündfunk Generator, 19.9.2021

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