Palma Ars Acustica 2025 – Europäische Radiokunst (Teile 1 – 3)
In der heutigen Ausgabe von „Kunst zum Hören“ findet sich die Redaktion im Radiostudio ein, um ihre Auswahl für den Prix Palma Ars Acustica zu diskutieren – das ist ein internationaler Preis für Radiokunst, der von der Ars Acustica Gruppe der Europäischen Rundfunkvereinigung ausgeschrieben und vergeben wird.
Unter den Einreichungen waren Stücke etwa von der britischen Medienkünstlerin und Komponistin Leona Jones oder vom österreichischen Soundkünstlers Peter Kutin mit der Lyrikerin und Künstlerin Freya Edmondes. Oder auch die Vertonung einer fiktiven Republik von Lore Lixenberg und dem Kollektiv Ferst Dadler, die Einreichung des tschechischen Rundfunks: „Republika Zahradníiíiíiíiíi“ ist eine Radiosendung aus der Garten Republik, die im Prager Troja Park gegründet wurde.
Seit 2013 wird der Prix Palma Ars Acustica als ein internationaler Wettbewerb ausgeschrieben: Radiokunst, Klangkunst, Medienkunst, Text-Klang-Kompositionen, elektroakustische Musik, Live-Electronica, etc. – für all diese Sparten ist der Wettbewerb offen; eingereicht werden Stücke von den Mitgliedern der Ars Acustica, also Radiokunst-Redaktionen öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten in ganz Europa. Das Gewinnerstück wird von allen teilnehmenden Radioprogrammen gesendet und erfährt somit eine weite Verbreitung in Europa.
„Kunst zum Hören“-Redakteur Hans Groiss, und -Redakteurinnen Elisabeth Zimmermann und Anna Soucek spielen einander Ausschnitte aus den Einreichungen vor und besprechen diese, um eine Vorauswahl für die internationale Jury zu treffen. Die präferierten und schließlich prämierten Stücke sind in den kommenden Ausgaben von „Kunst zum Hören“ zu hören.
Palma Ars Acustica 2025 – Europäische Radiokunst (Teil 1)
Urheber/Urheberin: Kinga Toth
Titel: Krokodilmensch
Ausführender/Ausführende: Kinga Toth
Länge: 12:52 min
Urheber/Urheberin: Marla Hlady und Christof Migone
Titel: And On and On and Off
Ausführender/Ausführende: Marla Hlady und Christof Migone
Länge: 01:52 min
Urheber/Urheberin: Loré Lixenberg and Ferst Dadler
Titel: Republika Zahradníiíiíiíiíi
Ausführender/Ausführende: Loré Lixenberg and Ferst Dadler
Länge: 01:32 min
Urheber/Urheberin: Ha Thuy Hang
Titel: BW 0-1
Ausführender/Ausführende: Ha Thuy Hang
Länge: 03:15 min
Urheber/Urheberin: Leona Jones
Titel: apeiron
Ausführender/Ausführende: Leona Jones
Länge: 02:39 min
Urheber/Urheberin: Freya Edmondes and Peter Kutin
Titel: SCREAMERZ (tw überlappend)
Ausführender/Ausführende: Freya Edmondes and Peter Kutin
Länge: 01:50 min
Urheber/Urheberin: Sampsa Oinaala
Titel: Children of the Apocalypse
Ausführender/Ausführende: Sampsa Oinaala
Länge: 01:27 min
Urheber/Urheberin: Isabelle Duthoit, Alen Sinkauz, Nenad Sinkauz and Marijana Begovic
Titel: Mallarmé Sonore
Ausführender/Ausführende: Isabelle Duthoit, Alen Sinkauz, Nenad Sinkauz and Marijana Begovic
Länge: 22:00 min
Urheber/Urheberin: Dimitri Udovicki und Slobodan Mihajlovic
Titel: Satellite
Ausführender/Ausführende: Dimitri Udovicki und Slobodan Mihajlovic
Länge: 02:35 min
Urheber/Urheberin: Marta Forsberg
Titel: Needed for Posterity (tw überlappend)
Ausführender/Ausführende: Marta Forsberg
Länge: 00:40 min
Urheber/Urheberin: Tomaz Grom
Titel: KO BO
Ausführender/Ausführende: Tomaz Grom
Länge: 01:12 min
Denken mit den Ohren – Miniatur 13 von Sam Auinger und Palma Ars Acustica 2025 (Teil 2)
In Miniatur 13 der Serie „Denken mit den Ohren“ beschäftigt sich Sam Auinger mit dem Begriff „Hörsamkeit“.
In zweiten Teil der Sendung werden die beiden Ö1 Kunst zum Hören Einreichungen zum Prix Palma Ars Acustica 2025 (Teil 2) vorgestellt.
Seit 2013 wird der Prix Palma Ars Acustica (PAA) als ein internationaler Wettbewerb ausgeschrieben, der von der Ars Acustica Group der Europäischen Rundfunk Union organisiert wird. Herausragende Radiokunstproduktionen werden gefördert: Radiokunst, Klangkunst, Medienkunst, Text-Klang-Kompositionen, elektroakustische Musik, Live-Electronica, etc. – für all diese Sparten ist der Wettbewerb offen; eingereicht werden Stücke von den Mitgliedern der Ars Acustica, also Radiokunst-Redaktionen öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten in ganz Europa. Das Gewinnerstück wird von allen teilnehmenden Radioprogrammen gesendet und erfährt somit eine weite Verbreitung in Europa.
„X“ von der aus Ungarn stammenden Sprachwissenschaftlerin, Klang-Poetin, Illustratorin und Kulturmanagerin Kinga Toth. Sie schreibt auf Deutsch, Ungarisch und Englisch. Toth verarbeitet ihre Texte in Installationen, Ausstellungen und Performances. Kinga Toth gründete eine Organisation, die sich für Gleichgerechtigkeit und Frauenrepräsentation im ungarischen Literaturbetrieb einsetzt.
Ihre Serie mit dem Titel „X“ besteht aus fünf Liedern über unsere dystopisch-traurige Welt, manchmal aus der Dunkelheit, aber auch mit viel Hoffnung und Suche nach Wärme. „Es sind Schreie nach Liebe aus dem 21. Jahrhundert“, so die Künstlerin Kinga Tóth.
Die zweite Einreichung „And On and On and Off“ wurde von Marla Hlady und Christof Migone gestaltet. Das kanadische Künstlerduo hat sich thematisch mit dem Weg zur Arbeit auseinandergesetzt. Dreizehn Ö1 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben für das Projekt Sound-Aufnahmen von ihrem Wohnort in das Ö1 Haus am ORF Mediencampus gemacht und haben so die Grundlage für „And On and On and Off“ geliefert.
Urheber/Urheberin: Sam Auinger
Titel: Denken mit den Ohren – Miniatur 13: Hörsamkeit
Ausführender/Ausführende: Sam Auinger
Länge: 05:16 min
Urheber/Urheberin: Kinga Toth
Titel: Krokodilmensch
Ausführender/Ausführende: Kinga Toth
Länge: 12:52 min
Urheber/Urheberin: Kinga Toth
Titel: Die Vergessenen
Ausführender/Ausführende: Kinga Toth
Länge: 07:00 min
Urheber/Urheberin: Kinga Toth
Titel: Stillekönig
Ausführender/Ausführende: Kinga Toth
Länge: 04:23 min
Urheber/Urheberin: Marla Hlady und Christof Migone
Titel: And On and On and Off (tw überlappend)
Ausführender/Ausführende: Marla Hlady und Christof Migone
Länge: 24:41 min
Europäische Radiokunst. Präsentation des Gewinnerstücks des Prix Palma Ars Acustica 2025.
In diesem Jahr stellte die Jury fest, dass die Stimme im Finale des Palma Ars Acustica einen besonderen Platz einnahm, da alle fünf Finalisten mit Vokalisten und Vokalistinnen unterschiedlicher Stilrichtungen besetzt sind.
„Die Kombination aus Isabelle Duthoits beeindruckender stimmlicher Leistung, den Klängen der Gebrüder Sinkauz und der von der Tontechnikerin Marijana Begovic vorgenommenen Abmischung der Gedichte Mallarmés ergibt ein kraftvolles, fein ausgearbeitetes Stück.“
So lautet die Begründung der Jury zum Gewinnerstück „Mallarmé Sonore“, das für den Kroatischen Rundfunk den Prix Palma Ars Acustica 2025 gewonnen hat.
Das Stück „Screamerz“ von Freya Edmondes und Peter Kutin, das beim Wettbewerb, unter den besten fünf landete, ist eine Komposition, die auf Rohmaterial basiert. Der Klang des Unmittelbaren wird nicht durch Sprache und literarische Konstrukte vermittelt, sondern ist ein vibrierender Zug an der Lunge.
© Ö1, Sound Art: Kunst zum Hören, 10.7. / 24.7./31.7.2025