Musiktipps

Philip Glass zum 80. Geburtstag …. Und auch mal eine kritische Auseinandersetzung ! ….

Der Populist der meditativen Klänge

Von Manuel Brug ( Danke für die Objektivität !)

Die Minimal Music lebt von einfachen Motiven, die unzählige Male wiederholt werden. Ihr berühmtester Vertreter, der amerikanische Komponist Philip Glass, wird jetzt achtzig Jahre alt. Ein Porträt.

Es dudelt und dudelt und dudelt: Damit ist schon mal das signifikante Erkennungsmerkmal der Minimal Music benannt – und auch das größte Vorurteil über sie. Denn natürlich dudelt es eben nicht nur immer gleich und ewig weiter.

Jede Wiederholung ist ja schon deshalb, weil sie von Menschen an Instrumenten ausgeführt wird, per se keine exakte Kopie. Und die so tripartige, sinnverwirrende, den Zuhörer im besten Fall hypnotisch schweben lassende Minimal Music will ja gerade mit versteckter Raffinesse punkten: mit kaum merklichen Veränderungen des scheinbar Repetitiven, das sich eben doch in Tempo, Rhythmus, Tonart wandelt….

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© Welt.de, 31.1.2017

„Warum soll ich klingen wie die Alten?“

Gespräch mit Philip Glass

Zum 80. Geburtstag des einflussreichsten Kopfes der Minimal Music: Der Komponist Philip Glass über Avantgarde, Weltmusik – und seinen Job als Möbelpacker.

VON
Mr Glass, Sie haben in den 60er Jahren etwas Unerhörtes getan: Sie haben Melodien, Harmonien, Einfachheit, sogar Schönklang in die Musik zurückgeholt, in einer Zeit, in der die atonale Avantgarde das europäische Musikleben beherrschte. Stand dahinter ein Konzept?

Ich folgte damals einem ganz einfachen Prinzip: Ich suchte nach Tabus, also nach dem, was man gemeinhin nicht tun sollte, und genau das tat ich dann. Mit dem Ergebnis, dass es am Ende erstaunlich frisch klang. Denn seit Jahren hatte niemand mehr so etwas geschrieben. Es war ja regelrecht verboten, mit Melodien, Harmonien und Ähnlichem daherzukommen. Und als wir einmal damit begonnen hatten, gehörte dieses Feld plötzlich uns ganz allein, das war wunderbar. Ich glaube, es war meine mehr oder weniger bewusste Reaktion auf die Musik des frühen 20. Jahrhunderts, auf die Musik von Webern, Schönberg oder Berg. Und diese Musik hat sich dann verbreitet, sie wurde eine Art Institution, sie wurde gar als „Zukunft der Musik“ bezeichnet.

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© DER TAGESSPIEGEL, 31.1.2017

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