point of view [13] Francis Dhomont
Francis Dhomont – am 2ten November 1926 in Paris geboren – schildert, wie er nach dem Zweiten Weltkrieg, als er mit Freunden nach Südfrankreich gezogen war, wo er als Holzschnitzer sein Lebensunterhalt verdiente, fast nebenbei zur elektronischen Musik kam und bereits Ende der 40er-Jahre erste Versuche der Klangaufzeichnung auf Draht unternahm. Mit Reinhold Friedl.
Er hatte bereits früh Komposition studiert, aber sein Interesse an Instrumentalkompositionen verloren. Durch das Radio erfuhr er schließlich, dass er nicht der einzige Experimentator war und kam mit dem Rundfunkstudio in Paris in Kontakt. Er wurde zwar nie Mitglied der GRM um Pierre Schaeffer, blieb aber der Gruppe bis heute eng verbunden. 1980 ging er nach Montreal, um an der dortigen Universität elektroakustische Komposition zu lehren und prägte damit die akusmatische Musik Kanadas wie kein Zweiter. Als einer der Hauptvertreter der akusmatischen Idee, bevorzugt er die Aufführung seiner Werke mit speziellen, multiplen Lautsprecher-Settings („Lautsprecherorchestern“). Francis Dhomont stellt einige Komponisten vor, die unterschiedliche Stile innerhalb der elektroakustischen „Familie“ repräsentieren. Und schildert die Herkunft seines akusmatischen Engagements anhand von Werkausschnitten aus:
Pierre Schaeffer – Étude aux objets
Pierre Henry – Apocalypse de Jean
François Bayle – Érosphère
Michel Chion – La ronde
Bernard Parmegiani – De natura sonorum
Francis Dhomont – Sous le regard d’un soleil noir
Francis Dhomont – Brief an den Vater
© WDR 3, Studio Elektronische Musik, 8.4.2023