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Henryk Gericke: „Punk hat vom Skandal gelebt“

Henryk Gericke, Schriftsteller und einstiger Ost-Punk, im Gespräch über Punk in der DDR im Interview mit Pascal Beck JungleWorld). Punk in der DDR war zwar nicht verboten, aber wirklich erlaubt war er auch nicht.

Bereits das äußere Erscheinungsbild der Punks war der Staats­­sicherheit Grund genug, die oftmals Minderjährigen zu ­schikanieren oder gar zu inhaftieren. Keine andere Jugendbewegung war in der DDR stärkeren Repressalien ausgesetzt. Die »Jungle World« sprach mit dem Schriftsteller und ehemaligen Ost-Punk Henryk Gericke.

Du hast nachträglich für die DDR-Punks den Slogan »Too much future« geprägt. Was meinst du damit?
Dein Lebensweg in der DDR war vorgezeichnet. Im Grunde genommen war klar, wie dein Leben aussieht. Und wenn man jung ist, empfindet man das als zweimal lebenslänglich. Dem haben wir etwas entgegengesetzt, indem wir uns neu erfunden haben.

Worin unterschied sich Punk in der DDR von Punk in anderen Ländern?
Also, das Tolle ist ja eigentlich, dass es viele Gemeinsamkeiten gibt. Dieser Moment der Erweckung durch die Musik, der hat sich überall gleich abgespielt; sich eben selbst von der Leine zu lassen, empfundene Fesseln zu sprengen, wie auch immer die aussahen. Nur unmittelbar danach ging der Weg auseinander.



© JungleWorld, 02.01.2025

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