„Radikale Gelassenheit“ Die Komponistin und Elektronikpionierin Éliane Radigue
Von Leonie Reineke. Lange stand die französische Komponistin und Elektronikpionierin Éliane Radigue im Schatten ihrer männlichen Kollegen und wird nun allmählich wiederentdeckt.
1932 geboren, verbrachte Éliane Radigue die meiste Zeit ihrer Laufbahn mit einem einzigen Instrument – dem analogen Modularsynthesizer ARP-2500. Hiermit entwickelte sie eine Musiksprache, die sich in subtilen Veränderungen vollzieht, in kaum wahrnehmbaren Übergängen von einer Klangwelt zur anderen. Nach der Jahrtausendwende gab Radigue das Komponieren mit dem Synthesizer auf und begann, für akustische Instrumente zu schreiben. Seit 2011 arbeitet sie an ihrem Zyklus „OCCAM“ für Solo-Instrumente und kammermusikalische Besetzungen. In gewisser Hinsicht sprechen diese Stücke noch immer die Sprache der elektronischen Musik. Am 24. Januar 2022 feierte Éliane Radigue ihren 90. Geburtstag. Das Berliner Festival „MaerzMusik“ widmete der Komponistin einen Schwerpunkt und brachte sowohl ihre elektronischen Stücke als auch ihre Instrumentalmusik auf die Bühne.
© Deutschlandfunk Kultur, Neue Musik, 6.12.2022