Radiotipps

Radiotipps für den 21.11.2025

Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.


00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Klangkunst

„KONTINUUM: radio aporee“ Von Udo Noll
Präsentation: Julia Tieke
Deutschlandfunk Kultur / ORF Ö1 Kunst zum Hören 2025
Udo Noll sammelt Klanglandschaften. Auf seiner Plattform „radio aporee ::: maps“ kann man seit 2007 Field Recordings und Soundscapes zu jedem Ort der Erde teilen. Aus diesen Aufnahmen erzeugt Noll einen kontinuierlichen Klangstrom.
Die Erde hörbar machen: das ist das Anliegen des Künstlers Udo Noll. Gemeinsam mit Klangökologinnen, Field Recordists und Sound Artists zeichnet er eine Weltkarte der Klänge. Jede Aufnahme auf seiner Plattform „radio aporee ::: maps“ ist geographisch verortet. Gemeinsam mit benachbarten oder inhaltlich verwandten Klängen zeigt sie eine Welt im Wandel. So fördert das Projekt die Wahrnehmbarkeit von Naturveränderungen und ökologischen Krisen.


14:05 Uhr Ö1 In Concert

Ikone des europäischen Jazz: Klarinettist Michel Portal 2007 bei den INNtönen in Oberösterreich
Der französische Klarinettist, Saxofonist und Bandoneon-Spieler Michel Portal hat oft in Österreich konzertiert. Am 26. Mai 2007 gastierte er beim INNtöne-Festival zusammen mit dem französisch-amerikanischen Pianisten Jacky Terrasson. Nach einer fulminanten solistischen Eröffnung von Terrasson mit dem aus dem Duke-Ellington-Repertoire stammenden Klassiker „Caravan“ spielte das Duo Eigenkompositionen. Für Michel Portal, vor allem in den 1960er Jahren auch gesuchter Interpret klassischer und zeitgenössischer Musik, ist Jazz ein Ort der Freiheit – und dementsprechend ungezwungen musizierte das Duo im oberösterreichischen Diersbach.
Am 27. November feiert der im südwestfranzösischen Bayonne geborene Portal seinen 90. Geburtstag – Grund genug, diese wichtige Stimme des europäischen Jazz mit einer historischen ORF-Konzertaufnahme zu würdigen.


19:00 Uhr HR 2 Hörbar

Betörende Sounds von Garden of Silence & mehr Musik grenzenlos
Still ist der Garden of Silence nicht. Das weltmusikalische Kammerorchester um den schwedischen Bassisten Björn Meyer entfesselt auf dem neuen Album nach langer Pause einen kleinen Sturm zwischen Orient und Okzident, Introspektion und tanzender Ekstase.


19:15 Uhr Deutschlandfunk Der Rest ist Geschichte – Der Geschichtspodcast

„Rechter Terror“ Das Gift der Verharmlosung. Von Anh Tran
Vom Mordanschlag auf den Studentenführer Rudi Dutschke bis zum Oktoberfestattentat mit vielen Toten, vom NSU bis Halle und Hanau: Die Bundesrepublik hat eine lange und blutige Geschichte des Rechtsterrorismus. Oft folgten Ermittler falschen Fährten.


20:00 Uhr HR 2 Konzertsaal

LIVE – Auftakt: Tabita Berglund und das hr-Sinfonieorchester
Julian Steckel, Violoncello; Leitung: Tabita Berglund
Anna Thorvaldsdóttir: Archora
Dmitrij Schostakowitsch: 1. Cellokonzert Es-Dur op. 107
Richard Wagner: Vorspiel zu „Tristan und Isolde“
Jean Sibelius: 7. Sinfonie C-Dur op. 105
(Live aus dem hr-Sendesaal in Frankfurt)


20:00 Uhr Deutschlandfunk Kultur Konzert

Debüt im Deutschlandfunk Kultur
Philharmonie Berlin

Fjodor Akimenko: „Ange“, Poème-nocturne für Orchester
Ludwig van Beethoven: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 G-Dur op. 58
Johannes Maria Staud: „Segue“, Musik für Violoncello und Orchester
Peter Tschaikowsky: „Romeo und Julia“, Fantasie-Ouvertüre für Orchester
Jérémie Moreau, Klavier; Valerie Fritz, Violoncello
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Leitung: Barbara Dragan
Aufzeichnung vom 13.11.2025


20:00 Uhr radio3 Konzert

Mikko Franck dirigiert den Rundfunkchor Berlin und die Berliner Philharmoniker.
Einojuhani Rautavaara: A Requiem in our time, op. 3
Berliner Philharmoniker; Leitung: Mikko Franck
Esa-Pekka Salonen: Karawane
Rundfunkchor Berlin; Berliner Philharmoniker; Leitung: Mikko Franck
Jean Sibelius: Sinfonie Nr. 5 Es-Dur, op. 82
Berliner Philharmoniker; Leitung: Mikko Franck
Konzertaufnahme vom 20.05.2023 in der Philharmonie Berlin.


20:03 Uhr SWR Kultur Abendkonzert

„Sholem-Alekhem“ ‒ Linie 2 des SWR Symphonieorchesters mit Antoine Tamestit
Viola und Leitung: Antoine Tamestit
Werke von u.a. Bruch, Achron, Kovács, Bloch, Traditionals, Nichifor
(Konzert vom 24. Oktober 2025 im Konzerthaus Freiburg)


20:05 Uhr Deutschlandfunk Feature

Es ist aus – und jetzt?! (2/4) Depression, Porno und Metta Meditation
Von Anke Stelling und Lola Randl Deutschlandfunk 2024

Wenn der Mensch besser darin wäre, sich zu trennen, bliebe nicht nur ihm, sondern auch dem Rest der Welt einiges erspart.
Anke und Lola streiten. Anke hat jetzt lange genug um ihren Mann getrauert, findet Lola, sie soll ihn endlich sich selbst überlassen und sich ihrerseits neu erfinden: als Frau, Mutter, Künstlerin – oder was auch immer. Anke aber fühlt sich wertlos, haltlos und gescheitert ohne Mann. Ist es überhaupt möglich, mit Anfang fünfzig noch jemand Cooles zu finden, der das Leben mit einem teilt?
Der Podcast begleitet Anke und Lola beim Diskutieren, Daten und Denken. Gleichzeitig müssen aber auch noch Kinder erzogen, Häuser vorm Verfall gerettet und Zähne geputzt werden. Eine rasante Doku zweier besonderer Frauen und ihrer Freundschaft.


21:03 Uhr Bayern 2 Salon Hörspiel & Podcast

Nicht Mehr Mein Land (5/6) Der Held und der Messerangriff
Von Laura Höring und Alexander Gutsfeld Regie: André Dér-Hörmeyer BR 2025


21:05 Uhr Deutschlandfunk On Stage

Shemekia Copeland & Band (USA) Aufnahme vom 8.6.2025 beim Bluesfestival Schöppingen
Mit Tim Schauen

Kräftige Stimme von Blues bis Soul – starke Präsenz auf der Bühne
Die US-amerikanische Sängerin Shemekia Copeland wurde 1979 in New York als Tochter des Bluesmusikers Johnny Copeland (1937-1997) geboren, ihr Gesangsstil erinnert an Etta James oder Koko Taylor, mit der sie ebenfalls auf der Bühne war. Große Namen also, und in Schöppingen zeigte Shemekia Copeland entsprechend großes Format und zudem, warum sie mit zahlreichen Musikpreisen ausgezeichnet wurde. Mit kräftiger Stimme führt sie mit gut swingender Band durch ein Programm von Blues bis Soul – getragen von ihrer starken Präsenz auf der Bühne. Zugleich erinnerte ihr Auftritt an die große Blues-Ära vergangener Zeiten, zugleich aber zeigte Shemekia Copeland, wie gut perfekt vorgetragene Musik ins Hier und Jetzt passt – und gehört!


22:03 Uhr WDR 3 Jazz

Zwischen Klassik und Jazz: Gunther Schuller
Der Komponist und Dirigent Gunther Schuller war der wichtigste Wortführer des „Third Stream“, einer ambitionierten Verbindung der Musikgattungen. Ein Porträt zum 100. Geburtstag von Odilo Clausnitzer.


22:05 Uhr Deutschlandfunk Milestones

„Reife, Biss und Soul“ Der Saxofonist Clifford Jordan. Mit Odilo Clausnitzer
Ein großer, aber unterschätzter Tenorist mit zwei hochkarätigen Alben zwischen Aufbruch und abgeklärtem Traditionsbezug
Lange war das Doppelalbum „Glass Bead Games“ von 1973 ein schwer erhältlicher Insidertipp, heute gilt es als Meisterwerk des durch die Umbrüche der 60er-Jahre geöffneten Hard Bop. „The Adventurer“ von 1978 ist ein Juwel des damals noch jungen Bop-Revivals. Bis heute ist dem Tenorsaxofonisten Clifford Jordan (1931 -1993) jazzgeschichtlicher Ruhm versagt geblieben. Dabei hat er mit einigen sehr bekannten Kollegen zusammengearbeitet, darunter Max Roach, Horace Silver und Charles Mingus. Jordans voller, oft singender Ton, tiefes Bluesfeeling und eine reife, abgeklärte Phrasierung machen Jordan zu einem Meister des zeitlosen Modern Jazz. Als sein wichtigstes Werk gilt „Glass Bead Games“ (1973), eingespielt mit zwei verschiedenen Quartettbesetzungen. Ebenfalls im Quartett entstand „The Adventurer“.


22:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Musikfeuilleton

„Trauma und Wiederkehr“ Franz Reizenstein komponiert die Funkoper „Anna Kraus“. Von Georg Beck
Franz Reizenstein (1911-1968), aufgewachsen in einer jüdischen Künstlerfamilie in Nürnberg, Kompositionsschüler von Paul Hindemith, Klavierschüler von Leonid Kreutzer an der Staatlichen Hochschule für Musik Berlin, flieht 1934 mit einem Empfehlungsschreiben Hindemiths nach London. Auf ein Libretto des Schauspielers, Poeten und Übersetzers Christopher Hassall (1912-1963) komponiert er 1952 im Auftrag der BBC „Anna Kraus“, die erste „Radio opera“ des Senders, zugleich der britische Beitrag für den Prix Italia. Ein enthusiastisches Presseecho führt zu einer breiten Rezeption der Funkoper in österreichischen, schweizerischen, westdeutschen Rundfunkstationen. Dass die musikalische Leitung dieser die Shoah reflektierenden „Radio opera“ eines „Refugee Composer“ ausgerechnet bei Siegfried Goslich, einem früheren Mitarbeiter des Goebbels-Ministeriums, liegt, wirft auf diese bewegende Traumaverarbeitung ein verstörendes Licht.


23:03 Uhr Bayern 2 Nachtmix

50 Jahre „A Night at the Opera“ von Queen. Mit Barbara Streidl
Ein „Nachtmix“ zum 50-jährigen Jubiläum des Albums „A Night at the Opera“ von Queen, das als eines der besten Rockalben aller Zeiten gilt. Besonders hervorgehoben wird der ikonische Song „Bohemian Rhapsody“, dessen Gitarrensolo von Brian May als eines der meistgecoverten Solos gilt. Die Backstorys von weiteren Songs des Albums, wie „Death on Two Legs“, „Lazing on a Sunday Afternoon“, „I’m in Love with My Car“, und „You’ re My Best Friend“ werden genannt. Die Sendung endet – natürlich – mit „God Save the Queen“, dem traditionellen Abschlusslied eines Queen-Konzerts.


23:03 Uhr Ö1 Sound Art: Zeit-Ton

DeComposing the Archive mit Christian Rosales Fonseca
Technische Relikte kolonialer Aufzeichnungspraxis im Dialog mit lebendigen indigenen Klangwelten beim ORF musikprotokoll

Was erzählt die künstlerische Praxis über den Kolonialismus – und was erzählt der Kolonialismus über die künstlerische Praxis? Um diese doppelte Fragestellung drehte sich der Workshop „DeComposing the Archive: Kunst – Gewalt – Verantwortung“, der am ersten Tag des heurigen ORF musikprotokoll stattfand. Zum Abschluss wurden zwei elektroakustische Kompositionen des in Bogota geborenen und in Bremen lebenden Komponisten und E-Gitarristen Christian Rosales Fonseca präsentiert. Beide Stücke nehmen Bezug auf koloniale Klangarchive und setzen sie in einen neuen, respektvollen Dialog mit der indigenen Kaggaba-Gemeinschaft in Kolumbien. In „Windua“ (2024) verbindet Fonseca historische Phonographaufnahmen des Ethnologen Konrad Theodor Preuss mit eigenen Feldaufnahmen vom heiligen Berg Windua, die im Austausch mit der Gemeinschaft entstanden sind. „Akei“ (2025) konfrontiert die Betriebsgeräusche eines Phonographen mit Klängen aus dem Territorium der Kaggaba. Mit beiden Werken möchte Christian Rosales Fonseca einen Hörraum eröffnen, in dem sich technische Relikte kolonialer Aufzeichnungspraxis und lebendige indigene Klangwelten begegnen können.


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