Radiotipps für den 30.11.2025
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
00:03 Uhr Bayern 2 Radiojazznacht
Haruki Murakami und der Jazz. Mit Ssirus W. Pakzad
0:05 Uhr Ö1 Jazznacht
Runde Geburtstage + Vienna Blues Spring 2025 + Neue Alben
Karen Lee Andrews im Wiener Reigen 2025
13:30 Uhr Deutschlandfunk Zwischentöne
Musik und Fragen zur Person: Die Architektin Saikal Zhunush im Gespräch mit Marietta Schwarz
Vom Jurtenbau kann man viel lernen, davon ist die Architektin Saikal Zhunush überzeugt. Die traditionellen Bautechniken wurden von ihren kirgisischen Vorfahren noch selbst ausgeübt. In der Schweiz hat sie ein Architekturbüro, sie baut in beiden Ländern.
14:00 Uhr HR 2 Hörspiel-Serie
„Lamyas Buch der Scharlatane“ – Teil 7 und 8
In der Regie von Leonhard Koppelmann
14:04 Uhr SWR Kultur Feature
„Wer bis zum Ende bleibt“ ‒ Gaza. Von Dörte Fiedler und Gianmarco Bresadola
(Produktion SWR/DLF 2025)
Über zwei Millionen Palästinenser versuchen seit Monaten, einen erbarmungslosen Krieg zu überleben. Die Folgen der Bombardements und der Vertreibung, die Blockade von Hilfslieferungen erleben aber nicht nur sie. Auch UN-Mitarbeiterinnen, Pflegepersonal, Medizinerinnen und andere Mitarbeiterinnen von NGOs sind davon betroffen. Nicht als direkte Opfer – wohl aber als Zeugen. Jeden Tag müssen sie neue Prozeduren ersinnen, um den Mangel an lebensnotwendigen Materialien auszugleichen. Welche Prozeduren sind das? Was erleben sie? Was sehen sie? Das Feature von Fiedler und Bresadola gibt den Erfahrungsberichten der Zeuginnen Raum, es dokumentiert einige aus der Not geborene Verfahren und sammelt Beobachtungen aus der Kriegszone.
15:04 Uhr WDR 3 Kulturfeature
„Das Mysterium der Zeitlosigkeit“ Biebers „Rosenkranz-Sonaten“ und das radikal Moderne
Von Janko Hanushevsky
15:05 Uhr Deutschlandfunk Rock et cetera
„Saitenweiser Melodiefanatiker“ Der Hamburger Gitarrist Marcus Deml. Von Tim Schauen
Blues, Bluesrock und Rock sind die natürlichen Habitate der Elektrogitarre – Marcus Deml aber interessieren vor allem Melodien.
Auf seiner Gitarre (naja: seinen Gitarren, meistens spielt er Fender Stratocaster) beherrscht Marcus Deml sämtliche Genre und Stilistiken, er hat in den USA gelebt, gelernt, selbst unterrichtet, bei zahlreichen Studioaufnahmen mitgewirkt. Mit seinen Bands Errorhead oder The Blue Poets spielte er Rock, doch den 1967 in Prag geborenen, ab 1977 in Frankfurt aufgewachsenen, seit langem in Hamburg ansässigen Musiker interessiert längst vor allem die Schönheit der Melodie. Und so ist es konsequent, dass sein neues Album den Titel „Pure“ trägt – als wäre sein melodisches Spiel die Essenz seines Schaffens. Seine Musik vertreibt Deml komplett unabhängig, also auf eigenem Label, und sie ist auch nicht bei den üblichen Streaming-Diensten zu hören. Das ist eine mutige aber auch wohlüberlegte Entscheidung. Und sie ist ebenso “Pure“ wie sein aktuelles Album.
15:05 Uhr Bayern 2 Hörspiel
„Der Name der Rose“ (1/4) von Umberto Eco
Komposition: Peter Zwetkoff Regie: Otto Düben BR/SWF/NDR 1986
16:00 Uhr radio 3 Hörspiel
Lamyas Buch der Scharlatane (2/4)
Die in Frankfurt lebende migrantische Jura-Studentin Lamya entdeckt das uralte „Buch der Scharlatane“, das seit Generationen im Familienbesitz ist. Werden die Tricks aus dem Buch und die darin eingeschlossene Djinnfrau „Aisha Kandisha“ sich als Fluch oder Segen für ihr Leben herausstellen?
Mit KAUTA als mysteröse Djinn, Amal El Ommali, Malika Mengouchi u.a.
Regie: Leonhard Koppelmann und Andrea Geißler
Eine Produktion der ARD 2025
18:00 Uhr HR 2 Feature
Der Krieg von Morgen – Wie Drohnen den Kampf um die Ukraine verändern
Von Fritz Espenlaub, Christian Schiffer
Krieg klingt heute anders als früher. „Shellshocked“ nannte man im Ersten Weltkrieg die zitternden Soldaten, die der Granatenbeschuss traumatisiert hatte. Heute kreisen surrende Drohnen am Himmel und suchen nach Zielen. Auch dieses Geräusch quält die, die überleben noch lange nach ihrem Einsatz.
18:00 Uhr radio 3 Die Literaturagenten
Die schöne Lesung: Songs & Stories mit T.C. Boyle
Ist T.C. Boyle in Berlin, führt sein Weg zum rbb. Viele seiner Romane hat er in den letzten Jahren als Weltpremiere im Großen Sendesaal vorgestellt. Dieses Jahr schenkt er uns einen besonderen Abend: mit seinen Kurzgeschichten. Wie kaum ein anderer Autor pflegt Boyle diese kleine, konzentrierte Form des Erzählens. Deshalb wechseln sich in seinem Werk stets ein Roman mit einem Kurzgeschichtenband ab. radioeins und radio3 übertragen den Abend mit T.C. Boyle live in „Die Literaturagenten“.
18:20 Uhr SWR Kultur Hörspiel
Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge: Ich habe ein Inneres (1/2)
Nach dem gleichnamigen Roman von Rainer Maria Rilke
Hörspielbearbeitung: Manfred Hess
Komposition: Thomas Weber Regie: Iris Drögekamp (Produktion: SWR 2015)
Die Erfahrung der anonymen Pariser Großstadt um 1900 steht im Zentrum von Rainer Maria Rilkes 1910 erschienenem Roman. Die Identitätslosigkeit und verzweifelte Sinnsuche eines 28-Jährigen spiegelt sich in der Form des Fragmentarischen: Neben Prosagedichten stehen Stadtbeschreibungen, Briefe, Tagebuchnotizen oder gar surreale Binnengeschichten. Sie alle sind von einer Ästhetik des Hässlichen und Morbiden bestimmt. Dieses namenlose Ich, das als Dichter leben will, scheitert am Ende ‒ ob es am Ende seinen Lebensentwurf nur geändert hat und „verbürgerlichte“ oder Suizid beging, lässt Rilke offen.
18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Hörspiel
Aminadab (2/3) Von Maurice Blanchot
Übersetzung aus dem Französischen: Marco Gutjahr
Bearbeitung und Regie: Klaus Buhlert
Komposition: Klaus Buhlert
Ton und Technik: Martin Eichberg, Jan Fraune, Philipp Adelmann und Klaus Buhlert
Regieassistenz: Lena Demke Dramaturgie: Christine Grimm Deutschlandfunk Kultur 2022
Protagonist Thomas begibt sich in die Anderswelt eines ihm unbekannten Hauses. Bald ist er gefangen in einem Labyrinth aus Räumen. Ziel seiner Suche ist zunächst ein junges Mädchen, von dem er meint, es habe ihm zugewinkt.
19:00 Uhr HR 2 hr-Bigband
Wunderkammer XXL
hr-Bigband feat. Michael Wollny & Tamar Halperin cond. by Jim McNeely, 43. Deutsches Jazzfestival Frankfurt, Hessischer Rundfunk, hr-Sendesaal, Oktober 2012
19:45 Uhr Ö1 Konzert
Zum 70. Geburtstag von Jorge E. López
Die singuläre Tonsprache des österreichischen Komponisten kubanischer Herkunft.
Mit Jorge E. López feiert heute einer der eigenwilligsten in Österreich lebenden Komponisten seinen 70. Geburtstag. Von den tradierten Normen der „Neuen Musik“ hat er sich nie identifiziert: „Eher trieb mich von Anfang an, dass es darum geht, das Uralte präsent zu machen“. Er suche nicht das Neue, sondern „eher das Verdrängte“, betonte er im Gespräch mit dem Radiojournalisten und Ö1 Kollegen Peter Kislinger.
20:00 Uhr HR 2 Konzertsaal
Das hr-Sinfonieorchester in der Alten Oper Frankfurt
Renaud Capuçon, Violine; Leitung: Alain Altinoglu
Unsuk Chin: Alaraph (Ritus des Herzschlags) (Deutsche Erstaufführung)
Erich Wolfgang Korngold: Violinkonzert
Dmitri Schostakowitsch: 11. Sinfonie (Das Jahr 1905)
(Aufnahme vom 28. November 2025 aus der Alten Oper Frankfurt)
Stimme trifft auf Herz bei diesem Konzert aus der „Großen Reihe“. Denn auf dem Programm stehen das gesangliche Violinkonzert von Erich Wolfgang Korngold – und das Stück „Alaraph“ von Unsuk Chin, das sich um sogenannte Herzschlagsterne dreht. Als Kontrapunkt dazu spielt das hr-Sinfonieorchester die 11. Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch.
20:00 Uhr ByteFM Neuland mit Patrick Ziegelmüller
Eine klassische Familienangelegenheit!
Das Quintett Me And My Friends pendelt seit fast 15 Jahren zwischen Bristol, Leeds und London hin und her, um Songs zu schreiben und aufzunehmen. Die Bandmitglieder sehen sich selbst als keine Familie. Ihr letztes Album „Before I Saw The Sea” aus dem Jahr 2023 war gespickt mit Afrobeat-Grooves, Klarinettensolos und den melancholischen Stimmen von Emma Coleman und Nick Rasles. Beim neuesten Album „Bring Summer“ ziehen sich Highlife, Folk und Jazz wie ein roter Faden durch das Album. Und dass, obwohl Me And My Friends mit Instrumenten wie Cello und Klarinette eher ein Line-up wie eine klassische Folk-Band aufweisen. Außerdem gibt es neue Musik von The Saints, Peter Thomas Sound Orchester, Ladytron, Sufi Dub Brothers, Loupe, Emilíana Torrini, Ella Eyre sowie eine ausführliche Vorstellung von „Cabin In The Sky”, unserem Album der Woche von De La Soul.
20:00 Uhr Deutschlandfunk Kultur Konzert
Pierre Boulez Saal, Berlin „Ein Festival für Emilie Mayer“
Emilie Mayer:
Ouvertüre Nr. 2 D-Dur
Konzert für Klavier und kleines Orchester B-Dur
Sinfonie Nr. 3 C-Dur „Militaire“
Alexander Melnikov, Klavier; Akademie für Alte Musik Berlin
Leitung: Bernhard Forck
Aufzeichnung vom 28.10.2025
20:03 Uhr WDR 3 Konzert
Week-End Fest 2025: Auf eine Tüte Buntes!
Producer Neue Grafik stellte zusammen mit E-Bassist und Streichquartett sein neues Album “Rachael” vor.
Trompeter und Labelmacher Charles Tolliver präsentierte zusammen mit Musikerinnen und Musikern der Kölner Jazzszene Auszüge aus dem Backkatalog des legendären Labels Strata-East.
Angel Bat Dawid und Naima Nefertari luden zu einem Spiritual Jazz-Trip nach “Nabta Playa” in der nubischen Wüste ein.
20:03 Uhr Bayern 2 Radiofeature
„Klara und der versunkene Ehering“ Aus dem Podcast Telephobia
Von Lea Utz und Amelie Hörger BR 2025
Klara hat den Ehering ihrer verstorbenen Mutter vor langer Zeit auf einem Campingplatz verloren. Aber sie traut sich nicht, dort nachzufragen, ob er jemals gefunden wurde. In Klaras Geschichte geht es um eine kleine Auskunft, die mit einer großen Frage verbunden ist: Was bleibt von Menschen?
20:05 Uhr Deutschlandfunk Feature
„Alterndes Japan“ Szenen aus einem Land im Umbruch
Von Malte Jaspersen Regie: der Autor
Ton und Technik: Robin Zwirner und Bettina Krol
SWR 2024
Demografischer Wandel in Japan: Ein kleines Dorf trotzt dem Geburtenrückgang – mit Zuwanderung und neuen Ideen.
Japan steht vor einer gewaltigen Herausforderung: Die Geburtenrate sinkt seit Jahren. Bis 2040 wird die Hälfte aller kleinen Orte auf dem Land verlassen sein. Die Studentin Minori fragt sich, ob sie hier ihre Vorstellungen, wie sie arbeiten und Kinder aufziehen möchte, verwirklichen kann.
Widerstrebend öffnet sich das Land ausländischen Arbeitskräften wie der Indonesierin Toji, die in einem Krankenhaus in Hiroshima arbeitet. Im ehemaligen Weberviertel von Kyoto kümmert sich der Rentner Ken um alte Menschen. Aber im Städtchen Nagi-Cho geschieht Überraschendes: Der Geburtenrückgang wird nicht nur aufgehalten, sondern umgekehrt.
21:05 Uhr Deutschlandfunk Konzertdokument der Woche
Hommage an Édith Piaf zum Finale des Kissinger Sommers
Chansons von Charles Dumont, Jean Lenoir, Hubert Giraud, Francis Lai, Marguerite Monnot, Michel Emer, Vladimir Korneev, Louiguy, Charlys und Ángel Cabral
Vladimir Korneev, Moderation, Gesang, Klavier
Markus Syperek, Klavier; Konstantin Ischenko, Akkordeon
Münchner Rundfunkorchester; Leitung: Ernst Theis
Aufnahme vom 20.7.2025 aus dem Max-Littmann-Saal, Bad Kissingen
„Piaf badet in Intensität, in Existenzialismus, im Klang selbst“, sagt der Schauspieler und Sänger Vladimir Korneev.
Das Abschlusskonzert des Kissinger Sommers 2025 war der französischen Sängerin Édith Piaf gewidmet, deren Klassiker „Non, je ne regrette rien“ dem Festival bereits das Motto geliefert hat. Seit seinem zwölften Geburtstag, als seine Eltern ihm eine Piaf-CD schenkten, fühlt sich Vladimir Korneev, mit den Chansons von Piaf verbunden. „Piaf badet in Intensität, in Existenzialismus, im Klang selbst“, sagt der 1987 in Manglisi in Georgien geborene Schauspieler und Sänger – und findet auf der Bühne seinen eigenen Zugang zur Musik. Mit großem Respekt und musikalischem Geschick hat er zusammen mit dem Pianisten Markus Syperek, Lieder für Gesang und Klavier arrangiert, um dann mit Orchester und Dirigent auch eine Fassung für großes Ensemble zu erarbeiten. Jedes Chanson in einen Höhepunkt verwandelnd, führt Korneev singend und sprechend durchs Programm.
22:03 Uhr Bayern 2 Eins zu Eins. Der Talk
Gast: Connie Palmen, Autorin
Schon als junges Mädchen wollte Connie Palmen nur eins: Lesen und Schreiben. Sie schätzt Aufmerksamkeit, klugen Streit und die Abenteuer des Denkens und hat mittlerweile zahlreiche Romane und Essaysammlungen veröffentlicht. Zu ihrem 70. Geburtstag am 25. November 2025 wiederholen wir ein Gespräch vom November 2016.
22:03 Uhr SWR Kultur NOWJazz
Von Atmen bis Zwitschern – Die Klangwelt der Sängerin Almut Kühne. Von Odilo Clausnitzer
Die Stimme ist für Almut Kühne vor allem ein Mittel zum Experimentieren. Wenn sie singt, kann es klingen wie ein nervös abgesuchtes Kurzwellenradio oder wie Dialoge in einer geheimnisvollen unbekannten Fremdsprache. Die Berlinerin improvisiert draufgängerisch mit Techniken der Neuen Musik, zum Beispiel im schrägen Trio „How Noisy Are The Rooms“ oder im loop-verstärkten Duo mit Saxofonist Gebhard Ullmann. Als Teil von Tilo Webers „Five Fauns“ lässt sie sich aber auch von Renaissance-Musik inspirieren. Oder sie singt politisch pointierte Texte im groovelastigen „Bottom Orchestra“.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Literatur
„Literatur im Gespräch“ Wo Hannah Arendt in die Gegenwart zielt
Mit der Philosophin Eva von Redecker
Die Philosophin Hannah Arendt hat die unterschiedlichsten Anhänger: Linke und Rechte, Feministen und Nichtfeministinnen, Zionisten und Antizionisten und viele mehr.
Von Hannah Arendt kursieren heute, fünfzig Jahre nach ihrem Tod, die unterschiedlichsten Vorstellungen. Da sind Konservative, die mit ihr den Kommunismus bekämpfen; da sind Linke, die in ihr eine Verbündete gegen Imperialismus oder ökonomische Ungleichheit sehen. Feministen wie erklärte Nichtfeministinnen reklamieren sie jeweils für sich. Zionisten und Antizionisten zitieren ihre Schriften. Manche lesen sie, um den Kolonialrassismus besser zu verstehen, andere beklagen, dass Arendts eigenes Denken rassistischen Mustern verhaftet blieb. Die Philosophin Eva von Redecker, bekannt geworden mit Büchern wie „Revolution für das Leben“ oder „Bleibefreiheit“, lässt sich seit langem von Hannah Arendt anregen. In „Literatur im Gespräch“ schlägt sie Arendts erstes großes Buch wieder auf, „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“. Was geschieht, wenn man dieser monumentalen Studie, die kurz nach dem Zweiten Weltkrieg entstand, heute begegnet? Die Jahrzehnte, die das Buch auf dem Buckel hat, sind offensichtlich umso unheimlicher, wie direkt es an manchen Stellen zu uns spricht. Nur ein Beispiel: Totalitäre Führer sind verlogen, aber nicht geheimniskrämerisch, wie Hannah Arendt schreibt? Man muss nicht lange durch die Plattformen von heute scrollen, um mit einem Hinweis wie diesem etwas anzufangen. Und um dann ins Nachdenken zu geraten.
22:05 Uhr Ö1 Diagonal
Was zählt, das liegt dazwischen. Zur Person: Hannah Arendt
50 Jahre Jahre nach ihrem Tod am 4. Dezember 1975 besteht kaum Gefahr, dass die melancholische Denkerin der Moderne und Totalitarismus-Forscherin in Vergessenheit geraten könnte: Dafür bürgen Hannah-Arendt-Archive und -Institute, ein Hannah-Arendt-Preis, Hannah-Arendt-Straßen, Schulen und Bibliotheken.
23:03 Uhr Bayern 2 Nachtmix
„Global Pop“ Neuerscheinungen von desert blues, bis Latin Grammy Nachklapp
ein Nachruf auf Reggaepionier Jimmy Cliff, Imarhan aus Algerien, Bad Bunny aus Puerto Rico
Mit Jay Rutledge
23:03 Uhr SWR Kultur Essay
Nachts gehört mein Leben mir. Von Daniel Schulz
Wiederholung vom 25. Februar 2024
Seit über zwanzig Jahren spielt Daniel Schulz Computerspiele. Er ist Redakteur, arbeitet acht Stunden und wenn er nach Hause kommt, spielt er acht Stunden. Oft länger. Sein Therapeut fragt, wie viel er spielt. Schulz antwortet: „Wohl vier Stunden täglich“. Er ist ein funktionierender Junkie, der weiß, wie er andere täuscht. Und sich selbst auch. In diesem Essay aus dem Jahr 2024 geht Schulz der Frage nach, wie er mit dem Spielen angefangen hat, schreibt über die Flucht aus dem Alltag und die rasende Euphorie in regnerischen Nächten. Und, dass er irgendwann denkt: Ich würde schon aufhören, aber was habe ich dann noch?
23:03 Uhr WDR 3 Studio Neue Musik
Dystopien [1] Düstere Aussichten. Mit Torsten Möller
Dystopien haben Hochkonjunktur und auch ihre Geschichten: Themen wie Ausweglosigkeit oder Hoffnungs- oder Perspektivlosigkeit prägen einige Kompositionen nach dem Zweiten Weltkrieg. Ihnen liegen nicht nur Privatmeinungen zu Grunde, sondern auch philosophische Weltentwürfe und politische Antworten auf jeweils aktuelle Fragen. Und manchmal gibt es – zum Glück – auch ästhetische Gegenreaktionen auf allzu düstere Stimmungen und Aussichten.
- György Ligeti – Mysteries of the Macabre für Sopran und Orchester (1974)
Sibylle Ehlert – Sopran, Philharmonic Orchestra London, Esa-Pekka Salonen - Mathias Spahlinger – Furioso für Ensemble (1992)
Ensemble Modern, Hans Zender - Bernhard Gander – Totenwacht für Stimmen (2017)
SWR Vokalensemble, Marcus Creed - Bernd Alois Zimmermann – Requiem für einen jungen Dichter (1967-1969)
SWR Sinfonieorchester Baden Baden und Freiburg, Michael Gielen - Ying Wang – 432 Hertz für Orchester (2022)
SWR Symphonieorchester, Gregor A. Mayrhofer - Carola Bauckholt – Aus dem Geröll für Schlagzeug und Kammerorchester (2023)
Dirk Rothbrust – Schlagzeug, WDR Sinfonieorchester, Lin Liao