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Release Tipp: Aki Takase & Alexander von Schlippenbach – Four Hands Piano Pieces / Trost Records

Zwei Flügel, quasi zwei Orchester, angetrieben von zwei der profiliertesten Persönlichkeiten des zeitgenössischen Jazz: Aki Takase und Alexander von Schlippenbach – sie führen ein Gespräch im Medium des Klangs. Aber sie ergänzen sich auf eine Weise, die jede stilistische Differenzierung überflüssig macht. Bert Noglik aus den Linernotes.


Bei aller Transparenz im Verlauf ihres Spiels öffnet sich das dialogische Prinzip zu einer ganzheitlichen Klaviersprache. Was zählt, ist die Freiheit und die Verantwortung, etwas Neues zu schaffen, getrieben vom Bewusstsein der ständigen Veränderung. Bert Noglik aus den Linernotes.



Bei den ersten Versuchen, vierhändig am Klavier zu improvisieren, wurde schnell klar, dass das Zusammenspiel ohne konzeptionelle Vorgaben – welcher Art auch immer – schnell zu ungewollten Tautologien oder gar Pleonasmen führen kann, andererseits ist es durchaus möglich, dass sich mit längerer Praxiserfahrung etwas Sinnvolles ergibt. Die vorliegenden Stücke, die in einem Zeitraum von dreißig Jahren entstanden sind, erfüllen diese Kriterien auf unterschiedliche Weise.

Alexander von Schlippenbach zu dieser Musik

Und in einigen Sequenzen ist Schlippenbachs enge Beziehung zu Thelonious Monk zu spüren, und zusammen mit Takases „leichterem“ und „hellerem“ Spiel bilden sie einen schönen Kontrast und ein äußerst spannendes Zusammenspiel. Sie fordern sich gegenseitig immer wieder heraus. Aber ich habe das Gefühl, dass die Herausforderungen und „Aufschläge“ hauptsächlich vom „Consort“ kommen, der Takase ermutigt, zu antworten und zu reagieren, so dass es ständige Kontraste im Spiel gibt, die es spannend machen.

Es ist ein aufregendes Treffen zweier exzellenter Improvisatoren geworden, die die Bewegungen und Ideen des jeweils anderen wie siamesische Zwillinge kennen. Und obwohl die Musik frei improvisiert ist, ist sie auch strukturiert, wie es sich für guten Free Jazz gehört. So entsteht eine spannende Begegnung zwischen zwei Klavieren, die faszinierend und höchst interessant ist.

Text: Jan Granlie / saltpeanuts



Ich erinnere mich noch gut an das Konzert der beiden in der Neuen Galerie in Chemnitz von 2020. Beide saßen an einem Klavier, nicht an einem Flügel, und diskutierten, wer jetzt die Pedale drückt und so weiter. Das war schon lustig anzusehen. Ja, die beiden sind schon ziemlich alt geworden. Der Tourbegleiter hat mir auch erzählt, wie anstrengend es mit den beiden ist. Den ganzen Tag unterwegs zu sein, macht das Alter auch nicht leichter. Aber wenn sie dann am Klavier sitzen, ist alles gut, sagt er. Er selbst ist auch nicht mehr der Jüngste. Wir kennen uns schon lange. Ja. Hier geht es auch um das Alter und das Älterwerden.
Vor ein paar Tagen habe ich Aki mit einem neuen Trio gesehen. Das waren Louis Clavis und Vincent Courtois. Sie war sehr agil und ihre Ansagen sind wie immer eine Freude.

Für Alexander von Schlippenbach habe sein Wiki herausgesucht und für Aki Takase ebenfalls. Es macht für mich wenig Sinn ihre Bedeutung für unsere Jazzszene noch mal extra heraus zu stellen. Das ist eine Tatsache.
Und ihre Musik ist einfach ein Statement. So klingt sie. Mögt Sie oder nicht. Jan Granlie hat es auch ganz wunderbar beschrieben und dem habe ich nichts hinzu zufügen.


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