Release Tipp: Jü – III / RareNoiseRecords

Für mich ist es immer angenehmer eine Überraschung zu hören, als Dutzendware von bekannten Namen, die wieder nur beliebiges abliefern. Das ungarische Trio Jü war mir bis jetzt vollkommen unbekannt, um so erfreulicher ist es sie kennenzulernen. Man hört Ihre Wurzeln und damit machen sie sich auf zu neuen Ufern.

„Wir hören uns alle Arten von Musik an, und die Einflüsse ergeben sich ganz natürlich“, erklärt Halmos. „Wir kümmern uns nicht um Stile und Trends, wenn wir unsere Musik machen. Ich meine, es ist uns nicht egal, aber nur, um nicht an ihnen hängenzubleiben. Wir sind daran interessiert, etwas zu machen, das für uns interessant und neu ist. Wenn ich Einflüsse nennen müsste, dann wären das eher Sounds als bestimmte Genres oder Musiker.“



Wie Mészáros sagt, erschwerte die Pandemie natürlich die Entstehung von III in der Anfangsphase, aber sobald die Inspiration da war, ging es mit dem Schreiben des Albums zügig voran. „Meistens arbeiteten wir auf die gute alte Artund Weise, musikalische Ideen zu entwickeln, die sich seit dem vorherigen Album angesammelt hatten“, sagt der Gitarrist. „In dieser Band ging es immer um unser Interesse an hauptsächlich nicht-westlichen Musiktraditionen, die uns einen anderen Zugang zu unserer Wahrnehmung von Melodie oder Rhythmus, Harmonie oder Zeit geben können. Das Album zeigt aktuell, wo wir uns da befinden – es hat sich herausgestellt, dass auf dieser Platte ziemlich viel Südostasien zu hören ist. Dóra war dabei sehr wichtig.“



Die hybriden Klänge werden auf III durch zwei besondere Gäste bereichert, die sich dem Trio bei mehreren Stücken anschließen. Die Sängerin Dóra Győrfi ist eine ungarische Sängerin, die vor allem im Kontext von Gamelan- und Wayang-Gruppen in Java arbeitet. Der Meister der elektronischen Musik, Bálint Bolcsó, der auch bei der letzten Veröffentlichung, Summa, mitwirkte, erweitert die Palette der Band um eine grenzenlose Bandbreite an Möglichkeiten.

„Wir hatten keinen bestimmten Plan, wir wollten einfach nur gute Songs schreiben“, fügt Hock hinzu. „Wir formen die Songs einfach so lange, bis wir die richtige Intensität erreicht haben.“



Dem kann ich nur zustimmen. Die Intensität passt. Die vielen Einflüsse fließen hier vollkommen harmonisch zu einem großen ganzen zusammen. Die überragende Musikalität der Musiker hebt ihre Musik auf ein anderes, größeres Level. Wohltuend finde auch die Abwesenheit einer gewissen WorldMusic Attitüde, die mir oft das Anhören dieser Musik vergrault. Diese frische, offene Auffassung und die Power von Ju finde ich ganz hervorragend!

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