Release Tipp: Natalia „TBA“ Beridze – Mapping Debris / Monika Enterprise
Ihre ersten Arbeiten klingen in meinen Ohren ziemlich „populär“, obwohl schon dort ihr Sounddesign ungewohntes durchhören ließ. Da war also noch mehr möglich. Und ja, „Mapping Debris“ geht einen großen Schritt weiter und entpuppt sich als große Überraschung.

„Ich suchte nach Material, das sich auf meinen alten Festplatten stapelte; – verschiedene Soundtrümmer, aufgenommen und produziert in der Vergangenheit. Ich recycelte sie bis zur Unkenntlichkeit und fügte sie zu neuen Samples zusammen, um dieses Album zu komponieren.“
Natalie Beridze
Natalia Beridze kannte ich bisher nicht, also habe ich mich auf ihrem Soundcloud Account etwas umgehört.
Dort kann man das Stück „Mapping Debris“ als klassisches Stück gespielt vom Mondrian Ensemble hören. Und man kann ihre sehr große Bandbreite hören. Ich höre, dass Samples sehr oft zum Einsatz kommen, und das sehr gekonnt, auch um Stimmungen zu erzeugen. Das gelingt ihr sehr überzeugend. Der Einsatz ihrer Stimme wird oft verändert, oder manipuliert verwendet. Hier lohnt sich das Anhören der Mapping Debris Serie auf Soundcloud.

Mapping Debris ist ein Begriff, der während einer Untersuchung eines Flugzeugabsturzes verwendet wird.
Eine Spezialbehörde sammelt Millionen von unendlich vielen kleinen Stücken zerbrochenen Metalls und Kabeln von der Absturzstelle. Später versuchen sie, aus den gesammelten Trümmern einen originalen Rumpf des Flugzeugs zu rekonstruieren, um dessen Geschichte zu rekonstruieren und den Grund zu enthüllen, der zu der Katastrophe führte.
Es ist verblüffend wie sich einzelne Titel als wahre Ohrwürmer herausstellen, die ich immer wieder anhören möchte. Auch gefällt mir der Einsatz ihrer Stimme sehr gut. Ihr Mix aus düsterem Sounddesign, das Anleihen bei dystopischen Film-Soundtracks und Minimal-Techno nimmt, funktioniert sehr gut.
Für mich eine echte Überraschung!
„Mapping Debris“ halte ich (neben „The Mountains Pass“ von Olivia Block und „Living Circle“ von Shida Shahabi) für eins der stärksten Alben der letzten Jahre überhaupt. Natalie Beridze schafft es, das Thema der Suche nach Spuren menschlicher Existenz von „gewöhnlichen“ Katastrophen in galaktische Dimensionen zu treiben. Das Album ist insgesamt ergreifend tief, sensibel und überaus stark. Dazu gäbe es viel mehr zu sagen…