CD TIPPMusiktipps

Release Tipp: Siavash Amini – A Trail Of Laughters / CD Room40 RM4144

Einmal gehört, bleibt etwas haften. Ob bei „Late Junction“ oder bei einer „Wire Compilation“, diese Musik von Siavash Amini vergißt man so schnell nicht. Und da ich sie nicht mehr aus meinem Kopf bekomme, sollte ich es euch empfehlen 😉

Das neueste Werk des elektroakustischen Klangkünstlers Siavash Amini ist inspiriert von einer Reihe sich wiederholender Albträume und dem „Buch der Wunder“ von Muhammad ibn Mahmoud Hamadâni.

Sich ein musikalisches Äquivalent zu diesen beunruhigenden Träumen und den Szenen aus dem Buch vorzustellen, war eine sehr gute Gelegenheit, die seltsamsten Verbindungen zwischen den besagten Systeme zu testen, eine gewaltige, aber passende Aufgabe. Der Sound musste meiner Meinung nach düster, verschwommen, stark texturiert, knisternd, resonant und doch düster und weit entfernt sein. Es nahm schließlich die Form eines Albums an. Die Techniken, die ich während der Entstehung dieser Stücke erlernt und angewandt habe, werden noch lange Zeit zum Einsatz kommen. Dieses Album mit all seinen Unzulänglichkeiten handelt von beunruhigenden Träumen/Realitäten des Verlorenseins in der Dunkelheit einer Grube und den Klängen/Kreaturen, die einen dorthin führen, basierend auf meinen eigenen Träumen und ein paar Zeilen aus einem alten Buch.

Siavash Amini

Siavash Amini

Seit einem guten Jahrzehnt ist Siavash Amini in verschiedenen Konstellationen unterwegs. Der in Teheran ansässige Klangkünstler hat mittlerweile 16 Alben veröffentlicht. 2019 gehörte „Serus“ zu den besten in der experimentellen Sparte bei Bandcamp in der Auswahl von Marc Masters und so sticht er doch sehr aus der Masse heraus. Nichts an seiner Musik ist gefällig oder für den netten Abend geeignet. Es ist eher das unbewusste, das angesprochen wird. Auch sein letztes Album „A Mimesis of Nothingness“ ist mir noch gut im Gedächtnis geblieben.

„In den letzten Jahren wurde Aminis Musik wie ein Magnet von der Erforschung des Metaphysischen angezogen, wobei die verschiedenen Dimensionen von Raum, akustischer Projektion und minimalem Sounddesign gründlich untersucht und verfolgt wurden. Amini konzentriert sich auf die Erfahrung von Orten, sowohl aus der Sicht eines Individuums als auch im kollektiven Maßstab, und wie das Unterbewusstsein diese Erfahrungen und körperlichen Empfindungen beeinflusst und interpretiert.“

Fluid Radio on A Mimesis of Nothingness


Auch nach mehrmaligen Hören bin ich mir noch nicht sicher, was die Faszination von „A Trail of Laughters“ ausmacht. Ist es die geschickte Dramaturgie wie er verschiedene Schichten übereinander legt? Vielleicht sollte ich versuchen zu dieser Musik zu träumen, denn aus seinen Träumen ist sie ja entstanden. Mit den Kopfhörern nachts im Dunkeln liegend und auf den versöhnlichen Ausklang von „Kaftâr-Khal“ wartend. Dieses letzte Stück stimmt einen hoffnungsvoll, wenn man die lange Fahrt durch dunkle Terrains überstanden hat. Ich bin auf Eure Erfahrungen gespannt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert