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Robby Krieger im Interview mit Christoph Dallach: „Nicht einmal gekifft habe ich!“

Ein Gespräch mit dem Rock-Veteran Robby Krieger über seine legendäre Band The Doors und ihren exzentrischen Frontmann Jim Morrison, dessen Todestag sich zum 50. Mal jährt

Der Name Robby Krieger lässt nicht viele Menschen aufhorchen. Die Musik seiner Band jedoch – The Doors – erreicht auch im Jahr 2021 noch ein Millionenpublikum. Mit Songs wie „Riders On the Storm“ und „Light My Fire“ wurde das US-amerikanische Quartett Ende der Sechziger zu einer der erfolgreichsten Bands der Musikgeschichte, wobei der Gitarrist Krieger sowie Ray Manzarek (Keyboard) und John Densmore (Schlagzeug) stets im Schatten des charismatischen Sängers Jim Morrison blieben. Am 3. Juli 1971 verstarb Morrison unter bis heute nicht endgültig geklärten Umständen in Paris. Kurz zuvor war das Album „L. A. Woman“ erschienen, das demnächst in einer Jubiläumsedition (Rhino) neu aufgelegt werden soll. Wir erreichen den 75-jährigen Robby Krieger telefonisch in seinem Haus in Glendale, Los Angeles.

DIE ZEIT: Mr. Krieger, gibt es Momente, in denen man Sie nicht mit den Doors behelligt?

Robby Krieger: Nur wenn ich Golf spiele.

ZEIT: Wann haben Sie Jim Morrison das erste Mal getroffen?

Krieger: Das war 1965, aber da war er noch nicht der Jim Morrison, wie man ihn heute in Erinnerung hat. Er war total schüchtern, nichts an ihm war außergewöhnlich.

ZEIT: Sie sind kurz nach dieser Begegnung bei den Doors eingestiegen – was waren Ihre Erwartungen?

Krieger: Ich hatte bereits in einigen Bands gespielt, aber ich suchte eine Perspektive. Etwas Längerfristiges und viele Auftritte in möglichst vielen Orten. Bis es dazu kam, dauerte es jedoch eine Weile. Wir spielten anfangs auf Partys und Festen und wurden mit der Zeit in Los Angeles wochenweise von Clubs wie dem London Fog und dem Whiskey a Go Go gebucht. Dorthin kamen immer öfter Leute von Plattenfirmen, und eines Tages hatten wir einen Vertrag. Schnell habe ich die Zeit vermisst, in denen wir noch in kleinen Clubs aufgetreten waren: Auf einmal kamen Leute, denen unsere Musik letztlich völlig egal war.

© Zeit Online, Kultur, Musik, 3.7.2021

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