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Sänger Pankow über Punk in der DDR: „Mit einem Mal war alles möglich: Jede Zelle hat geflimmert“.

Von Ulrich Gutmair (TAZ) im Gespräch mit Pankow. In den 1980ern war Pankow Sänger der Ost-Berliner Punkband Planlos. Gespräch über die Selbstbehauptung sensibler Kinder in einer groben Gesellschaft.

taz: Pankow, wie fühlt sich das an, die erste eigene Platte in der Hand zu halten? Und das nach vier Jahrzehnten, mit den alten Songs Ihrer Punkband Planlos, nun eingespielt in neuer Besetzung?

Pankow: Komischerweise war es gar nicht so, wie ich es erwartet habe, dass ich in Tränen ausbreche. Als Punk im Osten hast du nicht einmal eine Idee davon gehabt, jemals deine Musik in einem Studio aufnehmen zu können. Ich hatte auch für mich nie in Anspruch genommen zu sagen: Ich bin Musiker.

taz: Wenn man Sie heute auf der Bühne stehen sieht, hat man den Eindruck, Sie hätten nie etwas anderes gemacht.

Pankow: Nach den Konzerten in jüngerer Zeit und den vielen Proben habe ich mich manchmal gefreut: So, jetzt bist du irgendwie doch ein richtiger Musiker. Toll! Als wir in Leipzig das Album aufgenommen haben, stand ich zum ersten Mal in einem Studio am Mikro – und dann musst du liefern. Da merkte ich: Komisch, ich hab eine starke Präsenz! Wenn es darauf ankommt, bin ich extrem fokussiert. Als ich damit durch war, war das ein sehr emotionaler Moment für mich. Als ich aber die Platte dann das erste Mal in der Hand hatte, war ich eher beruhigt: Okay.

© TAZ, Kultur, Musik, 13.4.2025

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