Vier Druckfehler oder „Ein erster Schrei“ Brinkmanns Brandflecken
Von Frank Schäfer (Junge Welt). Brinkmann schließt Freundschaft mit den beiden Buchhandelslehrlingen Klaus Willbrand und Hartmut Sander, die sind sofort schwer beeindruckt. »Die Gedichte waren noch nicht so gut wie später in ›Westwärts 1 & 2‹.
Aber man merkte schon deutlich, dass mit diesem Autor etwas passieren wird«, lässt sich Willbrand Jahrzehnte später vernehmen. Also gründen sie bereits nach ein paar Wochen einen Verlag. Da Sander noch nicht volljährig ist, übernimmt Willbrand das Geschäftliche. Die erste – und letzte – gemeinsame Buchpublikation »Ihr nennt es Sprache« ist eine 29seitige Gedichtbroschüre und trotz ihres geringen Umfangs ein teurer Spaß. Die Druckkosten der 500 Exemplare belaufen sich auf 1.200 Mark, Geld, das Willbrand in einer Tiefbaufirma erschuftet hat.
© Junge Welt, Feuilleton, 26.3.2025