„Stein, Stiel, Schlehe“ Hörspiel von Esther Kinsky

Esther Kinskys erstes Originalhörspiel „setzt die kristalline Schönheit von Sprache mit großer Bedachtsamkeit und kreativer Intensität in Bezug zu Naturthemen und ihren immerwährenden Wandlungs- und Verfallsprozessen.“ (Lobende Erwähnung der Jury Hörspiel des Monats).

Der Titel Stein, Stiel, Schlehe ist entstanden aus der ungarischen Wortfolge kõ növény kökény – Stein Pflanze Schlehe. Die Schlehen spielen zwar am Schluss eine Rolle, doch ging es bei dieser Sequenz mehr um den Klang, um diese − für den des Ungarischen nicht mächtigen – scheinbare Entwicklung zum Zusammenwachsen der beiden ersten Wörter zu einem dritten: so als sei kökény − das Wort für Schlehe − ein zusammengewachsenes kõ und növény − Stein und Pflanze. Im ganzen Text geht es um Transformationen dieser Art, die aus der Spannung zwischen Widrigem erwachsen, die im Klang liegen kann, im Bild, in Fremdheit. Es geht um die versehrten Gelände des Herzens im Schatten von Verlust und Trauer, um das Entgleiten der Welt aus dem Wir ins Ich, das sich noch hilflos um zweierlei Blick bemüht, um die unstete Lesbarkeit der Welt, die sich dem halbverwaisten Blick bietet oder entzieht.“



Stein, Stiel, Schlehe
Von Esther Kinsky
Mit Ben Reynolds, Julia Riedler, Jochen Striebeck und Eszter Tompa
Komposition: Felix Stachelhaus
Regie: Jens Bluhm
BR 2019

© Bayern2, Hörspiel, 6.12.2021

Esther Kinsky, geb. 1956 in Engelskirchen, Übersetzerin und Schriftstellerin. Romane u.a. Sommerfrische (2009), Am Fluss (2014), Hain: Geländeroman (2018). Lyrik u.a. Die ungerührte Schrift des Jahrs (2010), Am kalten Hang: viagg‘ invernal (2016). Zahlreiche Auszeichnungen u.a. Paul-Celan-Preis 2009, Franz-Hessel-Preis 2014, Adelbert-von-Chamisso-Preis 2016, Preis der Leipziger Buchmesse 2018, Erich-Fried-Preis 2021.

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