SZ Jazzkolumne: „Große Gesten“

Jazztrompeter Terence Blanchard wurde als erster schwarzer Komponist an der Metropolitan Opera aufgeführt. Plus: Neuheiten von Henry Threadgill, Native Soul, Steely Dan und Neil Ardley & The New Jazz Orchestra. Von Andrian Kreie.

Am Montag vor einer Woche schrieb der Trompeter Terence Blanchard Musikgeschichte. Die Metropolitan-Opera in New York eröffnete nach 18 Monaten Covid-Pause ihre neue Saison mit seiner Oper „Fire Shot Up in My Bones“. Damit war er der erste schwarze Komponist, der nach 138 Jahren jemals an der Met aufgeführt wurde. Und weil die Oper die größte aller musikalischen Gesten ist, sei dies auch die erste Rubrik der Neuerscheinungen.

Terence Blanchard & the E-Collective „Absence“ (Blue Note). Auch mit seinem neuen Album schlägt Blanchard einen epischen Bogen. „Absence“ ist ein Tribut an Wayne Shorter, der ihn als Komponisten nachhaltig beeinflusst hat. Zusammen mit seiner Band und dem Turtle Island Streichquartett interpretiert er einige von Shorters Werken. Er bleibt aber keineswegs an seinem Vorbild kleben. Das etabliert ihn mehr noch als die Oper als Komponisten einer amerikanischen Klassik, die zwischen Jazz und zeitgenössischer Musik keine Grenzen mehr zieht.



© Süddeutsche Zeitung, Kultur, Musik, 4.10.2021




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