Ukrainisch-deutsches Musikprojekt „Krieg, Exil und Trauma“

Das Leipziger Duo Moloch & Nadiya arbeitet an einer Fusion aus Soul, Jazz und ukrainischem Folk. Porträt eines interkulturellen Crossover-Projekts. Von Tobias Grießbach.

Wir befinden uns in einem unscheinbaren Backsteinbau im Leipziger Westen. In diesem Überbleibsel aus dem Industriezeitalter wird zwar nicht mehr für den Markt produziert, kreiert wird hier aber weiterhin. Und zwar die Musik für das Duo Moloch & Nadiya. Sein Sound ist schwer zu fassen, changiert zwischen Jazz, Soul und ukrainischer Vokaltradition.

Bands und Künstlerinnen wie Hiatus Kaiyote, Aldous Harding und Dakhabrakha sind als Einflüsse hörbar. Moloch & Nadiya fabrizieren allerdings mehr als die Summe dieser Bestandteile, ihre Klangsignatur ist ein eigener Kosmos, zwischen West und Ost, Gegenwart und Vergangenheit, Zuversicht und tiefer Verzweiflung pendelnd.

Das Debütalbum des Duos „Ether“ ist Teil eines Entwicklungsprozesses, der im ukrainischen Elternhaus von Sängerin und Violinistin Melanka Piroschik begonnen hat. Zu Hause wurde das kulturelle Erbe der Ukraine leidenschaftlich gepflegt.


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© TAZ, Kultur, 13.9.2023

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