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„Wie Otze zum Spitzel wurde“ Eine Dokumentation von Jan Heck porträtiert die Band Schleimkeim

Von Pascal Beck. Schleimkeim waren die wichtigste Punkband der DDR. Der Dokumentarfilm „Schleimkeim – Otze und die DDR von unten“ erzählt anhand der Band die Geschichte der Subkultur im Realsozialismus – und ebenso die höchst widersprüchliche von Sänger Dieter „Otze“ Ehrlich.

Punk war in der DDR nicht verboten. Wirklich erlaubt war er allerdings auch nicht. Für Jugendkultur jenseits der sozialistischen Norm gab es im Prinzip nur einen Ort – und zwar ausgerechnet bei der evangelischen Kirche. Wolfgang Musigmann, ehemaliger Diakon in Erfurt und dort verantwortlich für die sogenannte Offene Arbeit, zählte zu den Ersten, die ihre Räume für die Punks öffneten. 1981 war er für das vermutlich erste Punkkonzert in der DDR verantwortlich.



An diesem Abend spielten unter anderem Schleimkeim aus Stotternheim, einem kleinen Dorf nahe Erfurt. Im Dokumentarfilm »Schleimkeim – Otze und die DDR von unten« von Jan Heck kommen Musigmann sowie ehemalige Bandmitglieder und Freunde von Dieter »Otze« Ehrlich, dem Sänger der Band, zu Wort. Sie erzählen, wie Punk in die DDR kam, wie die Staatssicherheit die Punks gängelte und warum sich das alles gerade am Beispiel von Schleimkeim und ihrem Sänger am besten er­zählen lässt.



© Jungle World, Dschungel, 14.3.2024

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