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Film Serien Tipp: „Northern Lights oder Regen fällt an Regentagen“

Von Matthias Hannemann. Schlicht und ergreifend: In der feinen irischen Serie „Northern Lights“ laufen sich zwei Trauernde über den Weg. Sie reden und reden, bis sie wieder Lebensmut schöpfen.

Für Regen dieser Art, sturzbachartiges Kübeln, gibt es auch in Dublin mittlerweile Kapuzen und Hüte oder notfalls einen englischen Schirm. Nichts von alledem passt allerdings, wenn man derart niedergeschlagen ist wie die Hauptfiguren des Sechsteilers „Northern Lights“ von Stephen Jones. Sie haben klatschnasse Haare, als wüssten sie nicht, wie man sich vor Regen schützt.

Der brave Lloyd, ein Jedermann Ende dreißig, will an diesem Abend eigentlich nur einer Kneipenballade entkommen, als er auf der Grattan Bridge über der Liffey die triefende Áine erblickt. Er kennt die Frau nicht und geht an ihr vorbei. Doch auch vom Fenster seines Apartments kann er sie später noch sehen, und je länger sie dasteht und das dunkle Wasser der Liffey anstarrt, umso Schlimmeres beginnt Lloyd zu fürchten. Also wieder runter und abermals in das Geprassel hinein. Er überredet die Unbekannte, in seiner Wohnung auf das Ende des Regens zu warten.




© FAZ, Feuilleton, 19.3.2024

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