Yo La Tengo: Der Groove der Vergänglichkeit
Die US-Band widmet sich auf dem Album „This Stupid World“ dem Thema der Vergänglichkeit. Von Karl Fluch.
Menschen sind wie Autos, je älter sie werden, desto öfter geht was kaputt. Die Knie, die Bandscheiben, weiß der Teufel. Das führt uns unsere Vergänglichkeit vor Augen, groovt uns darauf ein, dass uns Stretch-Jeans, Modefrisuren und anderer Unfug nicht die ewige Jugend erhalten.
Die US-Band Yo La Tengo ergeht sich auf ihrem neuen Album in Sujets, von denen viele die Endlichkeit betreffen. Bei derlei Thematik schwingt traditionell die Melancholie mit, da muss der Herbst als Metapher herhalten – doch mit derlei Allgemeinplätzen verschont die Band ihr Publikum. Das Trio hat, um im Bild zu bleiben, schon einige Kilometer zurückgelegt. 1984 gegründet, hat es sich zu einer der Institutionen im Indie-Rock gespielt. Und wie bei alten Karren oft üblich erleben sie gleich im ersten Song ihres heute erscheinenden Albums This Stupid World eine Havarie.
© derStandard, Kultur, 9.2.2023