„Zwischen Himmel und Erde“ Hochhäuser, Megahäuser, High Rises. Von Dirk Meyhöfer
Die weltweite Entwicklung der Urbanität führt zu der alten Erkenntnis: Unsere Städte werden dichter und damit zwangsläufig auch höher bebaut.
Die Debatte um Hoch- und Megahäuser, die neudeutsch auch als High Rises bezeichnet werden, wird seit Babylon geführt. Der Mensch will hoch hinaus und in einem „metaphysischen Transitraum“ dem Himmel nahe sein.
Sind Hochhäuser in Zeiten von Globalität und Klimawandel unverzichtbar? Die Argumente der Debatte wechseln von rational nach emotional, ihr Austausch wirkt zwangsneurotisch. Ganz abgesehen von der rein baulichen Zwangslage durch die Grundstückspreise in den Großstädten wird ein Hochhaus auch heute noch als Symbol für Macht, Sex und Besitz verstanden. Natürlich macht es auch Sinn, höher zu bauen und weniger Fläche zu verbrauchen. Auch konstruktiv sind Hochhäuser inzwischen ziemlich sicher, allerdings stellen Katastrophen wie bei 9/11 oder beim Grenfell Tower in London immer wieder die Sicherheitsgarantie-Frage.
© Deutschlandfunk, Essay und Diskurs, 23.10.2022