„Aus dem musikalischen Weltraum“ Louis Sclavis und Trygve Seim in Duo-Formationen
Von Hans-Jürgen Link (FR). Zwei Duo-Formationen mit Holzblas- und Tasteninstrumenten und ihr jeweiliger Mikrokosmos. Wenn man den musikalischen Raum, in dem der Klarinettist und Komponist Louis Sclavis seit einem halben Jahrhundert arbeitet, geografisch beschreiben wollte, liefe das auf den internationalen Mittelmeerraum hinaus.
Trygve Seim, Saxofonist, lebt in Norwegen und ist dementsprechend weiter nördlich unterwegs, wobei seine Musik keinerlei geografische Grenzen akzeptiert. Beide sind in sehr weitem Sinne folkloristisch beeinflusst, wobei es sich im Falle von Sclavis um die einst in Lyon begründete „folklore imaginaire“ handelte, die von ihren Erfindern als alternativer Name für freien Jazz gebraucht wurde. Seims Berührungen mit Folklore sind direkter, aber keineswegs nur im Norden europäischen verortet, und er sucht auf diesem Feld nie nach gefälligen Mustern und Klängen.
© FR, Kultur, 18.12.2024
© FR, Kultur, 12/2024