„Blitzlichter“ Hörspiel von Ilse Aichinger

Zum 100. Geburtstag von Ilse Aichinger. Blitzlichter, Filmbilder, Worte. Ilse Aichinger erzählt auf eigenwillige Art und Weise ihr Leben. Knapp, existenziell − eine Autobiographie, die sich im Wesentlichen über Kinobesuche definiert.

Kontrastiert werden die lakonisch formulierten Feuilletons durch Filmausschnitte und Interview-Sequenzen mit der Autorin, die auf diese Weise mit sich selbst in Dialog tritt. Bei Kriegsausbruch 1939 war Aichinger im Kino, bei Kriegsende übermittelte ihr eine Kinokassiererin eine Nachricht über deportierte Verwandte: Film und Verhängnis. Filme sind für sie mehr als nur Filme: So denkt sie anlässlich von Stan Laurel und Oliver Hardy über die Absurdität der Existenz nach − oder sie spürt der Bedeutung und Wichtigkeit dessen nach, was John Huston bei seiner Verfilmung von Der Malteser Falke weggelassen hat. Aichinger entwirft anhand von Filmen und Photographien eine Mentalitätsgeschichte, in der das Private zum Öffentlichen wird. „Beim Kino denk ich immer, es könnte zu früh enden, beim Leben denke ich immer, es könnte zu spät enden.“



Blitzlichter
Von Ilse Aichinger
Mit Martina Gedeck und Ilse Aichinger
Bearbeitung und Regie: Ulrich Lampen
BR 2002

© Bayern 2, Hörspiel, 30.10.2021

Ilse Aichinger (1921-2016), österreichische Schriftstellerin. Werke u.a. Spiegelgeschichte (1947), Die größere Hoffnung (1948), Film und Verhängnis. Blitzlichter auf ein Leben (2001). Hörspiele u.a. Knöpfe (SDR/NWDR 1953), Besuch im Pfarrhaus (BR/NDR 1962), Auckland (NDR/SDR 1970). Auszeichnungen u.a. Literaturpreis der Gruppe 47 (1952), Petrarca-Preis (1982), Franz-Kafka-Preis (1983), Joseph-Breitbach-Preis (2000).

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