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Cassandra – Kann Literatur Krisen prophezeien?

„Projekt Cassandra“ startete topsecret, finanziert durch das deutsche Verteidigungsministerium. Der ungewöhnliche Ansatz: Die Analyse literarischer Werke soll helfen, reale Krisen zu entschärfen. Von Markus Metz und Georg Seeßlen.

Es war der Literaturwissenschaftler Jürgen Wertheimer, der das Projekt 2017 ins Leben rief. Mit einem kleinen Team erstellte er „Emotion Maps“ für die Krisenregionen auf dem Westbalkan, im Maghreb, in Nigeria. Ausgewertet wurden dafür literarische Texte, deren Sprache auf latente Spannungen und Gewaltpotentiale untersucht wurden.
Mit diesem Frühwarnsystem sollten akute gesellschaftliche Konflikte identifiziert werden, bevor sie in bewaffnete Auseinandersetzungen oder Krieg umschlagen. Im antiken Mythos ist es Kassandra, die vergeblich vor dem Untergang Troias warnt. Ihr wird erst Glauben geschenkt, als es zu spät ist. Lässt sich ihr Schicksal und Fluch durchbrechen? Lässt sich kommendes Unheil tatsächlich erkennen und somit rechtzeitig verhindern?



Cassandra – Kann Literatur Krisen prophezeien?
Von: Markus Metz und Georg Seeßlen
Redaktion im WDR: Adrian Winkler
Produktion: DLF 2023

© WDR 3, Kulturfeature, 2.9.2023

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