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Der Frankenstein-Mythos – Eine Spurensuche in die Zukunft

Von Tobias Nagorny. Frankenstein – das berühmteste Monster der Welt, 1818 von einer jungen Britin erfunden: Mary Shelley. Eine Parabel um Technik und Wissenschaft, die ihre eigenen Erfindungen nicht beherrschen können: visionär, modern und etwas angsteinflößend.

Mary Shelleys Roman „Frankenstein“ von 1818 ist mystisch und visionär. Frankensteins Monster hat sich in unsere Vorstellungen gebrannt, so unheimlich ist die Idee von der Erschaffung einer menschenähnlichen Kreatur. Die Parallelen zu heute sind erstaunlich: Klimawandel, der Umbruch in eine neue technische Epoche und der Drang, mit humanoiden Robotern und Künstlicher Intelligenz ein Abbild des Menschen zu schaffen.

Wie ist dieser wirkmächtige Mythos entstanden? Die Spur führt in einen Anatomiesaal in Ingolstadt, an die Universität Oxford, wo das Manuskript von Mary Shelley aufbewahrt wird, und zu einem Roboterforscher in Wien.

Es war das Jahr 1816, das „Jahr ohne Sommer“, welches von Dunkelheit und Angst der Menschen bestimmt war. Nachdem 1815 der indonesische Vulkan Tambora ausgebrochen war, herrschte ein plötzlicher, dramatischer Klimawandel, den die Menschen sich aber nicht erklären konnten.

Der berühmete Schauerroman glänzt selbst mit einer legendären Schöpfungsgeschichte: Mary Shelley, die Schöpferin von „Frankenstein“, verbrachte in diesem Jahr zusammen mit ihrem späteren Ehemann Percy Shelley und Dichterfürsten Lord Byron einen Urlaub am Genfer See. Das dunkle Wetter mag der Idee, sich die Zeit mit Schauergeschichten zu vertreiben, zuträglich gewesen sein. Hier hatte Shelley den Einfall zur Geschichte um Frankensteins Monster.

© SWR Kultur, lesenswert Feature, 2.3.2025

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