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der Freitag: So kapitalisiert man Nostalgie: Dieses Festival ist zu dreist

Eine Kolumne von Konstantin Nowotny. Nirvana, Springsteen, Prince: Die Musikindustrie hat Jubiläumsveröffentlichungen als Gelddruckmaschinen für sich entdeckt. Unseren Autor bekommen sie so nicht. Ganz anders sieht es mit dem US-amerikanischen „When We Were Young“-Festival aus.

Es gibt eine sehr schöne Passage in Max Frischs an schönen Passagen nicht armer Erzählung Montauk, in der er seinen Bezug zum Alter beschreibt: „Gelegentlich wundere ich mich, dass ich 62 werde. Kein körperliches Gefühl davon, dass es in wenigen Jahren zu Ende ist. Wie bei einem Blick auf die Uhr: So spät ist es schon?“ So ist das mit dem Alter: zunächst mal nur eine Zahl, ein menschengemachtes System zur Messung von „etwas“. Aber dieses „etwas“ ist so zentral, dass es sich zunehmend schlechter ignorieren lässt. Je älter man wird, desto mehr interessiert man sich fürs Alter – das von einem selbst, von anderen, zuweilen von Dingen.



© derFreitag, Ausgabe 47/2023

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