Der Gärtner von Vosnon: André Gorz und die Wege der Freiheit

Sein größter Bucherfolg war „Brief an D.“, eine Liebeserklärung an seine chronisch kranke Frau Dorine. Mit ihr zog sich André Gorz in das stille Dörfchen Vosnon zog, interessierte sich für sanfte Medizin und ökologisches Gärtnern. Zusammen wählten sie 2007 den Freitod. Von Wolfgang Stenke.

André Gorz, 1923 in Wien als Gerhart Hirsch geboren, war Journalist und Sozialphilosoph: ein Vordenker der politischen Ökologie und des humanen Umbaus der Industriegesellschaft. Seine kapitalismuskritischen Bücher sind heute Klassiker. Als einer der ersten forderte er das bedingungslose Grundeinkommen.

Der Sohn österreichisch-jüdischer Eltern überlebte die NS-Zeit im Schweizer Exil. Dort orientierte sich der entwurzelte Jugendliche nach Frankreich, das ihm als Land der Freiheit erschien. Die frühe Begegnung mit Jean-Paul Sartre und der Existentialphilosophie bestimmte seine Vorstellung von der Autonomie des Individuums. Unter dem Pseudonym Michel Bosquet machte er nach langen Hungerjahren in Paris beim linken Nachrichtenmagazin „Nouvel Observateur“ Karriere; als André Gorz schrieb er soziologische und philosophische Bücher. Fluchtpunkt seines Denkens blieb bis in den Tod die Idee der Freiheit.



Der Gärtner von Vosnon: André Gorz und die Wege der Freiheit
Von: Wolfgang Stenke
Redaktion: Imke Wallefeld
Produktion: WDR 2017

© WDR 3, Kulturfeature, 18.9.2022

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner