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„Der Horatier“ Hörspiel von Heiner Goebbels mit Texten aus „Ab urbe condita“ von Titus Livius, „Horace“ von Pierre Corneille und „Der Horatier“ von Heiner Müller

Der Stoff ist uralt, von Livius überliefert und in vielen Stücken (von Corneille bis Heiner Müller) und Opern (von Cimarosa bis Mercadante) bearbeitet: ein Bürgerkrieg zwischen zwei Nachbarstädten, der von zwei Männern stellvertretend geführt werden soll, um Kräfte zu sparen.

Der Horatier besiegt für Rom den Kuratier aus Alba, der mit seiner Schwester verlobt ist, verschont ihn nicht und hofft, zu Hause gefeiert zu werden. Als seine Schwester stattdessen in Tränen ausbricht, ermordet er sie. Rom hat nun zwei Männer in einem: einen Sieger und einen Mörder. Wie damit umgehen? – Eine exemplarische Geschichte, die sich anderswo täglich aktualisiert.
In einer explosiven Collage musikalisiert Heiner Goebbels die Erzählvarianten in fünf Sprachen. Heiner Müllers deutscher Text und Pierre Corneilles Alexandriner bilden die narrative Leitlinie. Wie in anderen Hörstücken von Heiner Goebbels zählt nie das gesprochene Wort allein, sondern seine Einbettung in den kompositorischen Verlauf, der den Reiz und die Qualität des Verständnisses ausmacht.

Der Horatier

Hörspiel von Heiner Goebbels mit Texten aus „Ab urbe condita“ von Titus Livius, „Horace“ von Pierre Corneille und „Der Horatier“ von Heiner Müller

Komposition und Regie: Heiner Goebbels
(Produktion: SWR/hr 1994)

Heiner Goebbels, geboren 1952 in Neustadt an der Weinstraße, ist der international renommierteste deutsche Künstler an der Schnittstelle von Theater, Performance und Komposition. Vielfach ausgezeichnet. Für den SWR hat er zahlreiche seiner Hörspiele realisiert. Gleich sein erstes Hörstück „Verkommenes Ufer“ (1984), erhielt den Karl-Sczuka-Preis.

© SWR 2, Hörspiel, 16.5.2019

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