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„Die Netzwerkerin“ Ann Cleare und ihre Klangwesen Von Florian Hauser

Was ist das: eine Komponistin? Eine, die Klang formt? Vielleicht ist das schon zuviel gesagt. Vielleicht ist sie einfach eine, die Konstellationen schafft, Rahmenbedingungen festlegt und Choreografien erfindet, die einzig und allein dafür da sind, dass selbstorganisierende Netzwerke entstehen, damit sich so etwas wie Emergenz ergibt. 

Aus den Ritzen des angelegten Systems quillt etwas vollkommen Unvorhergesehenes heraus, entsteht eine neue Qualität. Verschiedenste Impulse laufen zusammen, ein Netzwerk baut sich auf, lebendige Klangfiguren bevölkern plötzlich die Szenerie, vieldimensionale visuell und akustisch hybride Gestalten. Und die Komponistin ist nicht die Chefin, sondern die staunende Beobachterin. Das ist Ann Cleare. Irin, Forscherin, Spielerin, unerschrocken und neugierig.



Ann Cleare:
„on magnetic fields“ (Ensemble Musikfabrik: Enno Poppe)

Chaya Czernowin: „The Quiet for large orchestra divided into three groups“
(Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Brad Lubman)

© BR Klassik, Horizonte, 5.4.2022

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