Die Radiotipps für den 12.1.2025
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
0:05 Uhr Ö1 Jazznacht
Hollywood meets Harlem: Jazz im Film und aus Frankreich
Saxofonist Laurent Dehors und Orchestre Tous Dehors beim Jazzfestival Leibnitz 2024; Jazz Goes to the Movies
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Neue Musik
„Die Notwendigkeit des Hörens an sich“ Zur Entstehung von Luigi Nonos spätem Hauptwerk „Prometeo“
Von Florian Neuner
In seiner 1984 in Venedig uraufgeführten „Tragödie des Hörens“ reduziert Nono das Musiktheater auf die Bewegung von Klängen durch den Raum.
13:30 Uhr Deutschlandfunk Zwischentöne
Musik und Fragen zur Person: Der Psychotherapeut Martin Schürz im Gespräch mit Paulus Müller
Extremer Reichtum gefährde die Demokratie, sagt Martin Schürz. Er beschäftigt sich in seinem Buch „Überreichtum“ mit den Gefühlen zu Arm und Reich. Außerdem ist er Ökonom und forscht seit zwei Jahrzehnten zu Vermögensverhältnissen.
14:00 Uhr radio 3 Claudio Abbado
„Mehr … Leise!“ Woran erkennt man den typischen Abbado-Sound?
Kaum ein Dirigent hat sich stärker entwickelt, kein anderer so ausschweifende Anlaufzeiten gebraucht wie Claudio Abbado. Dennoch war der Klang, die Offenheit seiner Interpretationen, von Beginn an unverwechselbar. Wo kam er klanglich her? Was war sein Hauptgewürz? Und worin besteht seine musikalische Einzigartigkeit?
14:00 Uhr HR 2 Hörspiel
„Der Name der Hose“ 2/2 von Kai Magnus Sting
14:04 Uhr SWR Kultur Feature
„Glaubt ihr wirklich, jemand wir uns hier rausholen?“ Die umstrittene Gefangenschaft der IS-Angehörigen Maria G.
Von Eva Roither (Produktion: ORF 2024)
2014 reist die 17-jährige Salzburgerin Maria G. nach Syrien und heiratet einen mutmaßlichen IS-Kämpfer. Sie bekommt mit ihm zwei Söhne… Fünf Jahre später wird sie inhaftiert und sitzt seitdem mit ihren Kindern in einem kurdischen Gefangenenlager im Nordosten Syriens fest. Ihre Eltern bemühen sich seitdem verzweifelt um ihre Rückholung. Sie können nichts anderes tun als warten. 10 Jahre ist es her, dass Maria G. von zu Hause fortgegangen ist. Die Kinder, mittlerweile 6 und 8 Jahre alt, wachsen im Zeltlager auf – ohne Schulbildung, ohne stabile Gesundheitsversorgung.
15:04 Uhr SWR Kultur Das Musikporträt
Die Organistin Anna Lapwood. Von Hannah Schmidt
Sie ist, zumindest rein quantitativ, die vielleicht berühmteste Organistin der Welt: Die Britin Anna Lapwood teilt ihre Konzerte, Proben und nächtlichen Übesessions mittlerweile auf Instagram und TikTok mit über 800.000 Menschen – Überschwängliche nennen sie deshalb schon „Taylor Swift der klassischen Musik“. Tatsächlich ist sie ein Sprachrohr, eine Motivatorin für junge Frauen in der klassischen Musik, die sich in ein monströses Instrument verliebt haben – gleichzeitig fordert sie in ihrer Arbeit auch immer wieder den Kanon heraus und widmet sich der populären und Filmmusik mit derselben Hingabe wie Bach, Vierne und Reger.
15:04 Uhr WDR 3 Kulturfeature
Der Eindringling mit der Katsina Maske – Auf den Spuren von Aby Warburg in den Pueblo-Gesellschaften
Auf den Spuren von Aby Warburg in den Pueblo-Gesellschaften. Von Egon Koch
15:05 Uhr Bayern 2 Hörspiel
„Burning Love“ von Fitzgerald Kusz. Komposition: Bernd Scholz Regie: Götz Naleppa BR 1985
„Burning Love“, in Bayerischer Mundart, ist die Geschichte einer Teenagerliebe zwischen einem 18-jährigen Arbeiter und einer 17-jährigen Angestellten. Man hängt zusammen rum, auf der Autobahnbrücke, in der Disco, im Burger King und man redet aneinander vorbei – bis zur Trennung, die fast zur Katastrophe wird. Kusz beschreibt in diesem Stück den banalen Alltag und die unterschwellige Brutalität in der scheinbar heilen Welt der Provinz, in der zwei Jugendliche nicht zueinander finden, aber vereinigt sind im Hass auf ihre Eltern, deren Vorwürfe und Selbstmitleid sie verspotten. Fitzgerald Kusz über sein Stück: „In einer Zeitung war die Kritik zu „Burning Love“ mit „Romeo und Julia auf der Autobahn“ überschrieben. Die Formulierung hat mir gefallen, denn alles, was zum Thema Liebe geschrieben wird, kann nur eine Variante dieser uralten archetypischen Geschichte sein.
15:05 Uhr Deutschlandfunk Rock et cetera
„Keine Scheu vor 80er-Jahre Rock“ Die US-amerikanische Band The Effect. Von Melanie Aberle
The Effect aus Los Angeles ist eine 2023 gegründete Band, bestehend aus Schlagzeuger Nic Collins, Gitarrist Trev Lukather, Keyboarder Steve Maggiora sowie Schauspieler und Sänger Emmett Lee Stang. Die Musiker sind tief verwurzelt im Rock/Pop der 80er-Jahre – und das hat teilweise auch familiäre Gründe: Nic ist der Sohn des britischen Superstars Phil Collins, Trevs Vater ist Toto-Gitarrist und Studio-Legende Steve Lukather. Die Musiker haben keine Angst davor, als „80er-Gitarren-Band“ abgestempelt zu werden, im Gegenteil: Sie spielen klassische Rock-Hymnen und Gitarren-Soli. Auf ihrem Debüt-Album liefert The Effect melodische Hard-Rock-Songs mit Ohrwurm-Potenzial, was neue Hörerschaft erschließt und die Väter sicher stolz macht. Sie haben es schließlich vorgelebt!
16:00 Uhr radio 3 Das Berlin Hörspiel
„Die Wilde Freiheit“ Von Kai-Uwe Kohlschmidt
Das Hörspiel erzählt die Geschichte des deutsch-stämmigen Hermann Lehmann, der 1871 als 12-Jähriger aus seiner Familie in Texas entführt wird und danach erst in einem Apachen- und dann in einem Comanchen-Stamm lebt. Zunächst aus Zwang, schließlich aber ganz bewusst, nimmt Lehmann unter dem Namen Montechema eine indianische Identität an und entscheidet sich damit für ein Leben in der Wildnis als Krieger und Nomade.
17:05 Uhr Bayern 2 Weltempfänger
„20 Jahre nach der Tsunami-Katastrophe“ Von Jennifer Johnston, Christiane Justus und Peter Hornung
Ein Erdbeben der Stärke 9,1, eine 20 Meter hohe Welle, und etwa 230.000 Opfer. Der Tsunami vom 26. Dezember 2004 trifft insgesamt 14 Länder und ist eine der schlimmsten Naturkatastrophen der Geschichte. Bei vielen Menschen haben sich die Bilder der Zerstörung von damals eingebrannt. Wir haben mit Überlebenden und Angehörigen gesprochen, um von ihnen zu erfahren, wie sie den schicksalhaften Tag vor 20 Jahren erlebt haben und wie er ihr weiteres Leben beeinflusst hat, haben mit Einheimischen, Touristen, sowie Wissenschaftlern gesprochen. Wie hat sich das Frühwarnsystem seitdem verbessert? Könnte so etwas heute noch einmal passieren?
18:00 Uhr HR 2 Feature
„Das Fass der Pandora“ Von Elisabeth Eisenmann
Die Alarmsignale sind schrill und werden von vielen Studien belegt: Es gibt einen engen Zusammenhang zwischen dem Zuwachs an psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angstzuständen bei Kindern und Jugendlichen und der Zeit, die sie mit dem Handy verbringen. Hier kommen sie oft sehr früh mit Pornos, Tierquälerei und vermeintlich perfekten Körpern in Kontakt.
18:20 Uhr SWR Kultur Hörspiel
„Rebeccas Töchter (2/2)“ Nach dem gleichnamigen Roman von Dylan Thomas
Aus dem Englischen von Wulf Teichmann
Komposition: Peter Zwetkoff Hörspielbearbeitung und Regie: Otto Düben (Produktion: SDR/WDR 1984)
Das posthum als Roman veröffentlichte Buch war ursprünglich als Filmszenarium gedacht. Doch lag die Veröffentlichung durchaus im Sinn des Autors, dem „eine neue Form von Literatur“ vorschwebte, die ihren Lesern visuelle Eindrücke vermitteln sollte. So erschien die radiophone Wiedergabe seiner suggestiven Beschreibungen und dramatischen Szenen nicht abwegig. Ort des Geschehens ist Wales, die Heimat des Dichters, wo in der Mitte des 19. Jahrhunderts die Bauern einen abenteuerlichen Kampf gegen die ihre Existenz bedrohenden Schlagbäume und Zollschranken der adeligen Großgrundbesitzer führten.
18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Hörspiel
„Bei Betty“ Von Jan Decker. Regie: Johannes Mayr Ton: Tom Willen SRF 2015
Hörspiel von Jan Decker über den Schriftsteller Wolfgang Koeppen: Im München der Nachkriegszeit arbeitet Koeppen an dem Drehbuchprojekt „Bei Betty“. Inspiration und Schauplatz sind die zerstörte bayerische Metropole und der dortige Schwarzmarkt.
Anschließend: „Sprache, die berührt“ Von Clemens Böckmann. Deutschlandfunk Kultur 2024
19:00 Uhr HR 2 hr-Bigband
Konzerte und Produktionen u.a. mit: Maria Schneider – hr-Bigband spielt Data Lords | hr-Bigband cond. by Maria Schneider, Hessischer Rundfunk, hr-Sendesaal, Frankfurt, Oktober 2024, Teil 2
19:45 Uhr Ö1 Konzert
Neue Musik aus der Alpenstadt Bludenz
Ensemble Phace und Trio Catch bei den Bludenzer Tagen Zeitgemäßer Musik
(1) Im September 2024 fanden die Bludenzer Tage zeitgemäßer Musik zum letzten Mal unter der Leitung von Clara Iannotta statt. Die Zukunft des Festivals wird Mirela Ivicevic gestalten. Noch ein letztes Mal hat nun Iannotta dem Festival ihren Stempel aufgedrückt und mit dem Ensemble Phace ein Konzert realisiert, das ihr ganz besonders am Herzen gelegen ist. Die Studierenden ihrer Kompositionsklasse haben gemeinsam ein Stück erarbeitet: Jeder und jede einen Satz und dann ein Finale gemeinsam. Das Ziel: Herauszufinden, wie sich eine Idee verbreiten und verändern kann, wenn sie unterschiedliche Köpfe und Körper durchläuft und letztendlich zu einer zusammenhängenden Klangleistung wird. Dem gegenüber stellt Iannotta in diesem Konzert mit „Professor Bad Trip Lesson I – III“ ein Werk des arrivierten italienischen Komponisten Fausto Romitelli (1963-2004).
20:00 Uhr HR 2 Das Ensemble Modern in der Alten Oper Frankfurt
Jagdish Mistry, Violine; Ensemble Modern
Leitung: Vimbayi Kaziboni
Mirela Ivičević: Leviathan (2022) (Deutsche Erstaufführung)
Jeffrey Mumford: through a stillness brightening for violin and ensemble (2011) (Deutsche Erstaufführung)
Georg Friedrich Haas: … weiter und weiter und weiter … (2021)
(Aufnahme vom 17. November 2024 aus dem Mozart-Saal)
Im ersten Abonnementkonzert der Saison in der Alten Oper präsentiert das Ensemble Modern drei erfrischend unterschiedliche musikalische Ansätze mit ebenso divergenten spannenden Ergebnissen.
20:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur Konzert
„Beethovenfest“ Beethovenhaus Bonn
Giovanni Francesco Anerio: „Libera me“ aus dem Requiem arr. für Streichquartett
György Ligeti: Streichquartett Nr. 2
Henriëtte Bosmans: Streichquartett
Chaos Quartet: „The Beethoven Elections“ Improvisation über einen Satz aus opus 131 mit Demokratisierung der musikalischen Prozesse
Ludwig van Beethoven: Streichquartett cis-Moll op. 131
Chaos String Quartet
Aufzeichnung vom 29.09.2024
20:05 Uhr Deutschlandfunk Feature
„Schwimmen gegen den Strom“ Eine Geschichte des Zeev Borger
Von Fabiana Blasco Regie: die Autorin
Übersetzung aus dem Israelischen: Wanda Kilias
Ton und Technik: Fabiana Blasco, Michael Lissek SWR 2024
Zeev ist ein freundlicher, älterer Herr, der täglich im Schwimmbad seine Runden zieht. Auf seinem Arm eine Tätowierung: 176615, die ihn als überlebenden KZ-Häftling identifiziert. Dies ist seine Geschichte.
22:03 Uhr SWR Kultur NOWJazz
Sonic Wildneress – Favoriten 2024. Von Ulrich Kriest, Julia Neupert und Niklas Wandt
In einer Spezialausgabe präsentieren wir nun am Anfang des neuen Jahres wieder unsere wilden Lieblinge aus den vergangenen zwölf Monaten.
22:03 Uhr Bayern 2 Eins zu Eins. Der Talk
Gast: Anselm Grün, Benediktinerpater
Anselm Grün wird am 14. Januar 80 Jahre alt. Der Benediktinerpater ist nicht nur Bestsellerautor und viel gefragter Referent, sondern leitete als studierter Betriebswirt lang die kaufmännischen Geschicke seiner Abtei Münsterschwarzach. Dort hat ihn Anja Scheifinger im Dezember 2019 besucht. Wir wiederholen das Gespräch.
23:03 Uhr SWR Kultur Essay
Alle denken anders, nur er denkt gleich – Dem Philosophen Gilles Deleuze zum 100.
Von Dietmar Dath
22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur Literatur
Reihe: Literatur im Gespräch: Eine „Fremdsprache in der Sprache“
Vor 100 Jahren wurde der Philosoph Gilles Deleuze geboren. Mit Joseph Vogl
Gilles Deleuze war der philosophischste der französischen Philosophen im 20. Jahrhundert insofern es ihm in seiner Arbeit um das Denken selbst geht, nicht um Theorien über dieses oder jenes. Zugleich bezog er sein Denken immer auch auf etwas, das er das Nichtphilosophische nannte. Nicht zuletzt auf die Literatur. Er dachte mit Texten von Franz Kafka und Leopold von Sacher-Masoch, Lewis Carroll, Walt Whitman oder Herman Melville. Dabei ist Literatur für Deleuze beständiges Werden nicht, indem sie sich „engagiert”, sondern indem sie eine „Fremdsprache in der Sprache“ erfindet. Am 18. Januar jährt sich Gilles Deleuze‘ Geburtstag zum 100. Mal. Ein Gespräch mit dem Literaturwissenschaftler und Deleuze-Übersetzer Joseph Vogl.
23:03 Uhr WDR 3 Studio Neue Musik
Neue Gefühle, alte Mittel? Tonalität und Affekt heute. Mit Hans Thomalla und Patrick Hahn
Hans Thomalla: Air; Clara Lyon, Violine
Ted Hearne: Simple Surgery, aus „Sound from the Bench“; The Crossing, Leitung: Donald Nally
Hans Thomalla: Be Cheerful, Wendla, aus der Oper „Dark Spring“; Shachar Lavi, Mezzosopran; Anna Hybiner, Alt; Christopher Diffey, Tenor; Nationaltheater-Orchester Mannheim, Leitung: Alan Pierson
Alex Temple: Fishmouth, aus „Behind the Wallpaper“; Julia Holter, Stimme; Spektral Quartet
Laure M. Hiendl: Seht meine Wunden und an meinen Beinen, die Narben meiner Wunden; Collegium Novum Zürich
Hans Thomalla: …the Brent geese fly in long low wavering lines…; Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Leitung: Vimbayi Kaziboni