Duo Salamanda aus Seoul „Immer am Klöppeln“
Das Duo Salamanda aus Seoul erobert die elektronische Musikwelt mit gewiefter Niedlichkeit. Bildet es eine überfällige Alternative zum omnipräsenten K-Pop? Von Hans Nieswandt.
Gerade wurde es hier in Seoul wieder in der Zeitung gemeldet, nicht ohne Stolz: Koreaner:innen trinken durchschnittlich 353 Tassen Kaffee pro Jahr, mehr als doppelt so viele wie im Rest der Welt.
Klar, dass ich Uman (Sala) und Yetsuby (Manda), zusammen als aufstrebendes Elektronik-Duo Salamanda bekannt, in einem Café treffe: „The Edge“ im Vintage-Stadtteil Euljiro, ein kleinteiliges Viertel wie aus dem Korea der 1970er, mit engen Gassen voller handwerklicher Kleinbetriebe, aus denen die Funken der Fräsen fliegen. Dazwischen tummeln sich Galerien, kleine Modelabels und eben Coffeeshops. Die Preise steigen, und alle paar Wochen bricht wieder ein ganzes Areal weg, wie ein Stück vom antarktischen Eis, um Platz zu machen für große, neue Bauvorhaben. Im Moment ist die Welt hier noch relativ in Ordnung, Handwerk und Boheme existieren einträchtig nebeneinander und trinken maßlos viel Kaffee.
© TAZ, Kultur, 18.2.2023