Eine Lange Nacht über Nahrungstabus „Schmecken darf alles, aber nicht jedem“ Auf Wunsch wieder online
Alle Kulturen kennen Unterschiede zwischen geeigneten, weniger geeigneten und verbotenen Speisen. Aufgrund religiöser Vorschriften oder gesellschaftlicher Tabus verschmähen wir eine Vielzahl von Nahrungsmitteln – obwohl sie aus biologischer Sicht durchaus bekömmlich wären.
Von Kai Lückemeier und Jan Tengeler
Hindus würden nie ein Rind verspeisen, Juden und Muslime kein Schwein, Christen war über Jahrhunderte das Fleisch von Pferden untersagt. Die Lange Nacht wird in der ersten Stunde der Frage nachgehen, ob die Tabuisierung dieser drei Haustierarten nur eine göttliche Laune war oder ob sich hinter religiösen Reinheitsgeboten nicht auch rationale, ökologische oder gesellschaftliche Beweggründe verbergen. Im Mittelpunkt der zweiten Stunde, die sich den kulturellen Nahrungstabus widmet, stehen unter anderem Hund und Katze, die bei uns als Schmusetiere, andernorts als Delikatesse gelten.
Im dritten Teil wird es um die Fragen gehen, warum sich Europäer und Nordamerikaner vor dem Verzehr von Insekten ekeln und ob das Wort von den Schmetterlingen im Bauch bald auch eine ernährungspraktische Bedeutung für uns haben könnte.
Theorien rund um Nahrungstabus
Unserer Natur nach sind wir Menschen Allesfresser. Abgesehen von Gras, Blättern und einigen anderen organischen Substanzen, die wir nicht vertragen, weil unser Verdauungssystem sie nicht aufschließen kann, steht uns eine breite Palette tierischer und pflanzlicher Nahrung zur Auswahl. Dennoch verschmähen wir in der Praxis viele Dinge, die aus biologischer Sicht bekömmlich wären, weil religiöse Gebote oder gesellschaftliche Konventionen ihren Genuss verbieten.
Kleinkinder können ohne Ekel einen Regenwurm verspeisen. Das Gefühl der Abneigung vor bestimmten Objekten ist ihnen nicht angeboren. Guido Ritter, Ernährungswissenschaftler an der Fachhochschule Münster:
„Die Mutter sagt in den ersten Jahren dem Kind, was es essen kann und was nicht. Wie haben eine starke Neophobie, wir wollen auf keinen Fall etwas Neues ausprobieren.“
© Deutschlandradio Kultur, Lange Nacht, 21.1.2017
Ob das wohl nochmals online gestellt werden könnte…?
Diesem Wunsch möchte ich mich anschließen, das klingt sehr spannend.
Danke fürs Wiederhochladen.
In Sulawesi hätte ich mal die Gelegenheit gehabt, Hund zu essen. Auf einem Markt waren die Tiere aber mit abgebranntem Fell komplett schwarz präsentiert, dass ich nicht wirklich Hunger bekam. Mir wurde gesagt dass das Verzehren des Fleischs von Hund oder Affe heiß mache und besonders gut sei, wenn Mensch krank sei. Na dann guten Appetit.
Auch von mir ein dickes Dankeschön für das Wiederhochladen